
Albanische Behörden intensivieren den Kampf gegen illegale Cannabisplantagen
Die albanischen Militärkräfte dismanteln aggressiv illegale Cannabisplantagen und heben die Rolle des Landes als wichtiges Zentrum im europäischen Drogenhandel hervor
Key Points
- 1Albanisches Militär zielt in einer großen Offensive auf illegale Cannabisplantagen ab
- 2Albanien ist ein Schlüsselakteur im europäischen illegalen Drogenhandel und produziert im Freien angebautes Cannabis
- 3Italien unterstützt Albanien durch Luftüberwachung zur Identifizierung von Plantagen
- 4Trotz der Bemühungen bleiben viele abgelegene Cannabisplantagen in Betrieb
- 5Die langfristigen Auswirkungen von Albaniens Kampf gegen den Drogenhandel sind ungewiss
In Albanien hat die jährliche Cannabisernte-Saison eine dramatische Wendung genommen, da Militärkräfte, bewaffnet nicht mit landwirtschaftlichen Werkzeugen, sondern mit Maschinengewehren, aktiv illegale Cannabisplantagen zerstören. Diese Bemühungen sind Teil eines umfassenderen europäischen Kampfes gegen den Drogenhandel, bei dem es um Milliarden von Euro geht. Die albanische Landschaft ist zu einem Brennpunkt in diesem andauernden Krieg gegen Drogen geworden und hebt die bedeutende Rolle des Landes im europäischen illegalen Drogenhandel hervor
Albanien wird seit langem als ein wichtiges Zentrum für organisierte Kriminalität anerkannt, wobei Banden eine Vielzahl illegaler Waren in ganz Europa schmuggeln. Das Land hat sich zunehmend zu einem wichtigen Produzenten von im Freien angebautem Cannabis entwickelt, das über ein komplexes Netzwerk albanischer Krimineller verteilt wird. Laut der europäischen Drogenagentur hat dieser illegale Handel Albanien als Europas größtes Drogenlager positioniert, was die Bemühungen der Region zur Bekämpfung drogenbezogener Aktivitäten weiter kompliziert
Italien ist zu einem Hauptziel für albanisches Cannabis geworden, das auf verschiedene Weise, einschließlich Schnellbooten und Privatflugzeugen, geschmuggelt wird. Als Reaktion darauf hat das italienische Militär Albanien unterstützt, indem es Luftüberwachung durchführt, um diese Plantagen zu identifizieren und zu zerstören. Offizielle Berichte zeigen, dass bis Ende August eine Million Cannabis-Pflanzen eradiziert wurden, was die Menge, die 2014 zerstört wurde, verdoppelt und das Ausmaß der Offensive verdeutlicht
Trotz dieser Bemühungen bleiben viele Plantagen bestehen, insbesondere in abgelegenen Gebieten, die schwer zugänglich sind. Es sind Vorwürfe aufgetaucht, die auf eine Kollusion zwischen albanischen Politikern und kriminellen Organisationen hindeuten, obwohl die Beschuldigten eine Beteiligung bestritten haben. Die berüchtigte Region Lazarat, einst als 'Cannabis-Königreich' bezeichnet, erinnert eindringlich an den weitreichenden Einfluss des Drogenhandels, dessen Produktion einst mit der Hälfte des BIP Albaniens bewertet wurde
Die Wirksamkeit dieser Zerstörungspolitik bleibt auf europäischer Ebene ungewiss, da andere Länder wie Marokko weiterhin Cannabis auf den Kontinent liefern. Historische Parallelen können zu den Kämpfen Lateinamerikas mit der Ausrottung von Kokapflanzen gezogen werden, die oft kleinen Landwirten schadeten, ohne die größeren kriminellen Unternehmen signifikant zu beeinträchtigen. Daher bleibt die langfristige Auswirkung von Albaniens Kampf gegen die illegale Cannabisproduktion abzuwarten