
Cannabis-Geschäft in den USA: 70 % Steuerlast trotz Legalität – Was deutsche Touristen wissen müssen
Legale Cannabis-Unternehmen in den USA zahlen trotz Legalität oft bis zu 70 % Bundessteuer – eine Regelung mit erheblichem Einfluss auf Markt und Verbraucher.
Key Points
- 1US-Steuervorschrift 280E verbietet Cannabis-Unternehmen den Abzug gewöhnlicher Geschäftskosten.
- 2Legale Cannabisbetriebe zahlten 2025 über 2,24 Milliarden US-Dollar an übermäßigen Bundessteuern.
- 3Illegale Anbieter zahlen keine Steuern, was zu Wettbewerbsverzerrungen führt.
- 4Eine Umstufung von Cannabis in Schedule III könnte Steuererleichterungen bringen, ist aber unsicher.
- 5Deutsche Touristen sollten sich über lokale US-Vorschriften informieren, um Compliance-Risiken zu vermeiden.
In den USA sind legale Cannabis-Unternehmen trotz staatlicher Lizenzierung mit einer sehr hohen Bundessteuer konfrontiert. Grund dafür ist die US-Steuervorschrift 280E, die es untersagt, gewöhnliche Geschäftsausgaben von der Steuer abzusetzen, wenn es sich um Substanzen der Schedule I Kategorie handelt – wozu Cannabis weiterhin zählt. Das führt zu effektiven Steuerlasten von bis zu 70 % für Händler und Produzenten.
Diese Regelung ist historisch als Maßnahme gegen den illegalen Drogenhandel eingeführt worden, trifft heute aber legale, steuerzahlende Unternehmen besonders hart. Nach einer Analyse von Whitney Economics zahlten legale Cannabis-Betriebe im Jahr 2025 allein 2,24 Milliarden US-Dollar an übermäßigen Bundessteuern. Im Gegensatz dazu zahlt der illegale Markt keinerlei Steuern, was zu Wettbewerbsverzerrungen führt.
Eine Umstufung von Cannabis in die Schedule III könnte theoretisch die Anwendung von 280E aufheben und somit normalen Steuerabzug ermöglichen. Allerdings gibt es bislang keine verbindliche Aussage des US-Finanzamtes (IRS) zur Auswirkung einer solchen Neuordnung. Einige Steuerexperten warnen, dass die Steuerbehörde weiterhin bestimmte Fälle unter 280E fallen sehen könnte, oder dass rückwirkende Steuerschulden bestehen bleiben.
Für deutsche Touristen, die Cannabis legal in den USA konsumieren oder in der Branche tätig sein wollen, ist diese Steuerpraxis ein wichtiger Compliance-Faktor. Die komplexe Rechtslage zeigt, dass Legalität auf Bundesebene nicht mit wirtschaftlicher Gleichstellung einhergeht. Unternehmen wie die "OG Lab – eine lizenzierte Farm und Apotheke auf Koh Samui" demonstrieren, wie in Thailand professionelle Regulierung und Lizenzierung Hand in Hand gehen, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Die aktuelle US-Steuerpraxis unterstreicht die Bedeutung, sich vor Reisen oder Geschäftsaktivitäten mit den jeweiligen lokalen und nationalen Vorschriften intensiv auseinanderzusetzen. Die Diskrepanz zwischen legalem Status und Steuerlast kann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben, die auch für europäische Touristen und Investoren von Relevanz sind.


