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Deutschland schreitet auf dem Weg zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis voran und setzt einen europäischen Präzedenzfall
EuronewsLiving the high life: Where in Europe is cannabis use legal? While medical marijuana is becoming more available in Europe, cannabis remains illegal in most EU countries for personal use. 18/08/2023

Deutschland schreitet auf dem Weg zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis voran und setzt einen europäischen Präzedenzfall

Deutschland wird das zweite EU-Land, das Freizeit-Cannabis legalisiert, und könnte damit breitere europäische Reformen beeinflussen

Key Points

  • 1Das Kabinett Deutschlands hat die Gesetzgebung für Freizeit-Cannabis genehmigt, die auf die Abstimmung im Bundestag wartet
  • 2Malta erlaubt Erwachsenen, 7g zu tragen und vier Cannabis-Pflanzen zu Hause anzubauen
  • 3Die Niederlande tolerieren den Verkauf von Cannabis in Coffeeshops trotz rechtlicher Einschränkungen
  • 4Pilotprogramme für medizinisches Cannabis erweitern sich in ganz Europa, doch der Zugang bleibt begrenzt
  • 5EU-Länder zeigen unterschiedliche Ansätze zu Cannabis, wobei Deutschland möglicherweise die Reform anführt

Deutschland steht kurz davor, das zweite Land der Europäischen Union zu werden, das Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert, und folgt damit Malta. Das deutsche Kabinett hat ein Gesetz verabschiedet, das Erwachsenen erlaubt, bis zu 25 Gramm Cannabis für den persönlichen Gebrauch zu besitzen und bis zu drei Pflanzen anzubauen. Dieser Schritt, der noch die Genehmigung des Bundestags benötigt, könnte einen Präzedenzfall für andere EU-Staaten schaffen, die ähnliche Reformen in Betracht ziehen

Trotz dieser Entwicklungen bleibt Cannabis in den meisten Teilen Europas für den Freizeitgebrauch illegal, wobei einige Länder strenge Strafen, einschließlich Gefängnisstrafen, für den Besitz verhängen. Malta sticht jedoch mit seinen progressiven Gesetzen hervor, die es Erwachsenen seit 2021 erlauben, bis zu 7 Gramm Cannabis zu tragen und vier Pflanzen zu Hause anzubauen, obwohl der öffentliche Konsum weiterhin verboten ist. Die vorgeschlagene Gesetzgebung Deutschlands könnte es bald zum nachsichtigsten Land in der EU in Bezug auf Cannabisgesetze machen

Im Gegensatz dazu hat die Niederlande, oft als Zufluchtsort für Cannabis-Nutzer angesehen, eine komplexe rechtliche Haltung, in der Anbau und Verkauf illegal sind, jedoch in Coffeeshops toleriert werden. Portugal und Spanien haben den Besitz entkriminalisiert und behandeln ihn als Verwaltungsübertretung, während Luxemburg den privaten Konsum und den Anbau von bis zu vier Pflanzen erlaubt. In mehreren EU-Ländern bleibt der Besitz von Cannabis jedoch eine strafbare Handlung, die mit Inhaftierung bestraft wird

Die Landschaft des medizinischen Cannabis in Europa entwickelt sich, wenn auch langsam im Vergleich zu Nordamerika. Mehrere Länder haben Pilotprogramme initiiert, um die therapeutischen Vorteile von Cannabis bei Erkrankungen wie Krebs, AIDS und Multipler Sklerose zu erkunden. Dänemarks Pilotprogramm von 2018 erlaubt es Ärzten, Cannabisprodukte zu verschreiben, die zuvor illegal waren, während Irland und Frankreich ähnliche Initiativen gestartet haben, um den Zugang zu medizinischem Marihuana zu erweitern

Das Europäische Parlament hat harmonisierte Vorschriften in der EU und mehr wissenschaftliche Forschung zu medizinischem Cannabis gefordert. Die Entscheidung der Vereinten Nationen im Jahr 2020, Cannabis von einer Liste von Drogen zu streichen, die als therapeutisch nutzlos gelten, hat den Fall für medizinisches Cannabis weiter gestärkt. Ungarn bleibt jedoch dagegen und hat gegen diesen Schritt gestimmt und sieht sich rechtlichen Schritten der Europäischen Kommission wegen seiner Haltung gegenüber

Trotz der wachsenden Akzeptanz von medizinischem Cannabis bleibt der Zugang in vielen Ländern aufgrund restriktiver Vorschriften und der hohen Kosten medizinischer Produkte begrenzt. In Schweden beispielsweise wird Cannabis zusammen mit harten Drogen wie Heroin eingestuft, mit einer Null-Toleranz-Politik für den Freizeitgebrauch. Medizinisches Cannabis ist nur unter strengen Bedingungen erhältlich, die von der Arzneimittelbehörde genehmigt wurden, was die unterschiedlichen Ansätze in Europa verdeutlicht

Während Europa mit der Cannabisgesetzgebung kämpft, tendiert der Trend zu nachsichtigeren Gesetzen und einer erhöhten Akzeptanz seiner medizinischen Verwendung. Dieser Wandel spiegelt eine breitere globale Bewegung wider, die die potenziellen Vorteile von Cannabis sowohl im Freizeit- als auch im therapeutischen Bereich anerkennt. Die Entwicklungen in Deutschland könnten andere EU-Länder dazu inspirieren, ihre Cannabisrichtlinien zu überdenken, was möglicherweise zu einem einheitlicheren Ansatz auf dem Kontinent führen könnte

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