
Deutschland wird bis Mitte August überarbeitetes Cannabis-Legalisierungsgesetz vorlegen
Deutschland plant, bis Mitte August einen überarbeiteten Gesetzesentwurf zur Cannabis-Legalisierung der Regierung vorzulegen, um sich an die EU-Vorschriften anzupassen und eine schrittweise Legalisierung einzuleiten
Key Points
- 1Deutschland wird bis Mitte August überarbeiteten Cannabis-Legalisierungsgesetzesentwurf vorlegen
- 2Ursprüngliche Pläne zur vollständigen Legalisierung aufgrund von EU-Vorschriften zurückgeschraubt
- 3Überarbeiteter Vorschlag erlaubt den Besitz von bis zu 25 Gramm und den Anbau zu Hause
- 4Debatte über die Einbeziehung von Cannabis-Edibles in die Gesetzgebung geht weiter
- 5Pilotprojekte für kommerzielle Verkäufe unter wissenschaftlicher Überwachung geplant
Deutschland setzt seine Bemühungen um die Legalisierung von Cannabis fort, mit einem überarbeiteten Gesetzesentwurf, der bis Mitte August der Regierung vorgelegt werden soll. Diese Entwicklung erfolgt, während das Land versucht, die Komplexität der Angleichung nationaler Politiken an die Vorschriften der Europäischen Union zu bewältigen. Der überarbeitete Vorschlag wird derzeit zwischen verschiedenen Ministerien koordiniert, wie von Katja Mast, parlamentarische Staatssekretärin der SPD-Fraktion im Bundestag, bestätigt
Der ursprüngliche Plan der Koalitionsregierung strebte eine vollständige Legalisierung an, einschließlich regulierter Verkäufe über spezialisierte Geschäfte. Aufgrund von Bedenken der EU hinsichtlich der Vereinbarkeit mit ihren Vorschriften musste Deutschland jedoch seine Ambitionen zurückschrauben. Der aktuelle Vorschlag, der im April von Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir vorgestellt wurde, schlägt einen schrittweisen Ansatz zur Legalisierung vor, beginnend mit der Streichung von Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz und der Erlaubnis zum Besitz von bis zu 25 Gramm
Laut dem vorgeschlagenen Plan wäre es Einzelpersonen erlaubt, drei bis vier Cannabis-Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anzubauen. Darüber hinaus würden Cannabis Social Clubs eingerichtet, um den Mitgliedern den Zugang zu Cannabis zu erleichtern. Eine zweite Phase würde die Erprobung des kommerziellen Anbaus und Verkaufs in lizenzierten Verkaufsstellen oder Apotheken in Pilotregionen unter wissenschaftlicher Überwachung umfassen, um die Einhaltung internationaler Konventionen sicherzustellen
Der Vorschlag hat innerhalb der Regierung eine Debatte ausgelöst, insbesondere hinsichtlich des Verkaufs von Cannabis-Edibles. Während Lauterbach für ein Verbot von Edibles plädiert, argumentieren Mitglieder der FDP und der Grünen, dass diese Produkte weniger schädlich sind als das Rauchen. Ein zweiter Gesetzesentwurf wird für die Pilotregionen erforderlich sein, der ebenfalls von der EU geprüft werden muss
In die Zukunft blickend betonte Katja Mast die Bedeutung dieser Gesetzgebung für den Wandel des Drogenpolitikparadigmas in Deutschland. Sie wies darauf hin, dass die Legalisierungsbemühungen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sind, sondern auch entscheidend für den Schutz von Kindern und der öffentlichen Gesundheit. Die Regierung plant, die Gesetzgebung für das Pilotprojekt bis zum Herbst fertigzustellen, was einen bedeutenden Wandel in Deutschlands Ansatz zur Cannabisregulierung signalisiert