
Deutschlands Cannabis-Importe erreichen Rekordhöhe, während soziale Clubs florieren
Deutschlands Cannabis-Industrie boomt mit Rekordimporten von medizinischem Cannabis und dem Aufstieg sozialer Clubs für den Freizeitgebrauch, was einen dualen Ansatz in der Cannabis-Politik widerspiegelt
Key Points
- 1Deutschland importierte im Q3 2025 56,915 Tonnen medizinisches Cannabis
- 2Kanada und Portugal sind die Hauptlieferanten von medizinischem Cannabis in Deutschland
- 3Die sozialen Clubs für den Freizeitgebrauch von Cannabis in Deutschland gewinnen an Bedeutung, mit 357 Genehmigungen bis November 2025
- 4Deutschland erhöhte sein jährliches Importlimit von 122 auf 192,5 Tonnen
- 5Der duale Ansatz unterstützt sowohl medizinische Patienten als auch gemeinschaftsbasierten Cannabiskonsum
Deutschlands Cannabis-Industrie erlebt einen bedeutenden Wandel, gekennzeichnet durch Rekordimporte von medizinischem Cannabis und das Aufkommen von sozialen Clubs für den Freizeitgebrauch. Die neuesten Zahlen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zeigen, dass Deutschland im dritten Quartal 2025 insgesamt 56,915 Tonnen medizinisches Cannabis importiert hat, die höchste vierteljährliche Zahl bisher. Dieser Anstieg der Importe unterstreicht die wachsende inländische Nachfrage nach Cannabis, die konstant die Erwartungen übertroffen hat
Der Großteil der medizinischen Cannabisimporte Deutschlands stammt aus Kanada und Portugal, die 2025 jeweils 66,237 und 42,076 Tonnen geliefert haben. Andere Länder wie Australien, Kolumbien, Uruguay und die Niederlande tragen kleinere, aber stetig wachsende Mengen bei. Da die Nachfrage weiterhin steigt, erreichte Deutschland bis September sein jährliches Importlimit von 122 Tonnen und musste es auf 192,5 Tonnen erhöhen, um ausstehende Importgenehmigungen zu berücksichtigen
Gleichzeitig schreitet Deutschland mit seinen Cannabis-Sozialclubs voran, einer gemeinschaftsorientierten Initiative für den Freizeitgebrauch von Cannabis. Seit der Eröffnung des ersten Clubs im Juli 2024 ist das Interesse an diesem Modell erheblich gewachsen. Bis November 2025 hatten 791 Gruppen den Antragsprozess begonnen, von denen 357 bereits genehmigt wurden. Die meisten Anträge stammen aus Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin, was auf eine regionale Ungleichheit bei der Annahme dieser Clubs hinweist
Diese Entwicklungen spiegeln Deutschlands dualen Ansatz in der Cannabis-Politik wider, der ein robustes medizinisches Rahmenwerk mit innovativen sozialen Modellen in Einklang bringt. Der Importanstieg unterstützt eine große Patientenbasis, während die sozialen Clubs eine regulierte, gemeinschaftsbasierte Alternative zu kommerziellen Märkten bieten. Diese duale Strategie verdeutlicht Deutschlands Engagement, die Cannabislandschaft weiterzuentwickeln, um vielfältigen Bedürfnissen gerecht zu werden
Deutschlands Entwicklung im Bereich Cannabis ist ein Indikator für breitere Veränderungen in den gesellschaftlichen Einstellungen und regulatorischen Ansätzen. Die Bereitschaft des Landes, sowohl medizinische als auch soziale Wege zu erkunden, spricht für die Anerkennung der facettenreichen Rolle von Cannabis in der Gesellschaft. Während Deutschland weiterhin seine Politiken verfeinert, setzt es einen Präzedenzfall für andere Nationen, die ähnliche Wege in Betracht ziehen