
Ehemalige Bundesagentin berichtet, wie psychedelische Therapie Trauerbewältigung veränderte
Die pensionierte Bundesagentin Kemmi Sadler schilderte, wie Ayahuasca-Therapie ihr half, ungelöste Trauer aus ihrer Strafverfolgungskarriere zu bewältigen, und setzt sich nun für breiteren Zugang zu traditionellen Heilmethoden ein
Key Points
- 1Die pensionierte Agentin Kemmi Sadler wandte sich Ayahuasca zu, um langanhaltende Trauer aus ihrer Strafverfolgungskarriere zu bewältigen
- 2Sadler forschte über ein Jahr zu Trauma und psychedelischer Therapie, bevor sie an einer Zeremonie teilnahm
- 3Sie beschrieb ihre Ayahuasca-Erfahrung als direkte Auseinandersetzung mit Trauer, die zu Vergebung und Verständnis führte
- 4Sadler setzt sich nun über ihre Organisation Legalize the Divine für sicheren, legalen Zugang zu traditionellen psychedelischen Therapien ein
In einer offenen Reflexion über ihre Karriere im Strafvollzug hat die pensionierte Supervisory Special Agent Kemmi Sadler darüber gesprochen, wie psychedelische Therapie, insbesondere Ayahuasca, ihr half, lang vergrabene Trauer zu bewältigen. Sadler, die jahrzehntelang beim Diplomatic Security Service und der Polizei von St. Augustine tätig war, beschrieb ihren Weg vom Skeptizismus zur Akzeptanz von Psychedelika als Werkzeug zur Heilung von Traumata. Ihre Erfahrung, die sie mit Marijuana Moment teilte, schildert eine Transformation von der Abhängigkeit von Disziplin und Kontrolle hin zur Annahme von Verletzlichkeit und Selbstreflexion
Sadlers Geschichte wurzelt in einem traumatischen Ereignis während ihres Einsatzes an der US-Botschaft im Irak, bei dem eine Kollegin namens Amel und ihr Ehemann entführt und getötet wurden. Die Schuldgefühle aus diesem Vorfall begleiteten sie fast zwei Jahrzehnte lang und beeinflussten sowohl ihr Berufs- als auch ihr Privatleben. „Jahrelang habe ich Trauer so behandelt wie viele in unserem Bereich – hauptsächlich durch Unterdrückung und Weitermachen“, erklärte Sadler. Trotz ihres Engagements für Beweise und Verfahren begann sie zu hinterfragen, ob ihre Bewältigungsmechanismen wirklich wirksam waren, besonders nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst
Ihr Skeptizismus gegenüber Psychedelika begann sich zu wandeln, nachdem sie von Ayahuasca, einem traditionellen Amazonas-Gebräu, erfahren und Berichte über dessen therapeutisches Potenzial gehört hatte. Getrieben von beruflicher Neugier und persönlichem Bedarf forschte Sadler über ein Jahr lang zu klinischen Studien und hörte Veteranen und anderen zu, die von nachhaltiger Heilung durch psychedelische Therapie berichteten. Diese intellektuelle Untersuchung führte sie dazu, an einer Ayahuasca-Zeremonie teilzunehmen – ihre erste Erfahrung mit einer illegalen Substanz, da sie zuvor nur Alkohol und Tabak zur Emotionsbewältigung genutzt hatte
Das Ayahuasca-Erlebnis markierte laut Sadler einen entscheidenden Wandel in ihrem Umgang mit Trauer. „Was ich mit Ayahuasca erlebte, war keine Flucht vor der Trauer, sondern eine direkte Auseinandersetzung damit. Es war ein grundlegend anderer Prozess als der, auf den ich mich während meiner Karriere verlassen hatte – nicht Kontrolle oder Unterdrückung, sondern Vergebung, Hingabe und Verständnis“, berichtete sie. Dieser Prozess inspirierte sie dazu, die Memoiren „From the Badge to the Vine“ zu schreiben, in denen sie ihren Weg vom Strafvollzug zur Befürwortung psychedelischer Heilmethoden dokumentiert
Sadler fordert nun andere Ersthelfer auf, die Werkzeuge zur Traumabewältigung zu überdenken und betont die Grenzen traditioneller Strategien. Sie plädiert für Selbstreflexion und Offenheit gegenüber alternativen Therapien und erklärt: „Meine Hoffnung ist, dass andere in diesem Beruf sich erlauben, ihren prüfenden Blick nach innen zu richten, um sich selbst zu dienen.“ Über ihre Organisation Legalize the Divine und als Sprecherin der Law Enforcement Action Partnership setzt sich Sadler für sicheren, legalen Zugang zu traditionellen Heilpraktiken ein
Aus der Sicht der OG Lab-Redaktion unterstreicht Sadlers Bericht einen wachsenden Trend von Strafvollzugs-Veteranen, die sich der psychedelischen Therapie zur Traumalinderung zuwenden. Während sich die Diskussion über psychische Gesundheit und alternative Medizin weiterentwickelt, betont ihre Geschichte die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Erforschung neuer Behandlungsmethoden, insbesondere für Menschen in stressintensiven Berufen. Die Cannabis- und Psychedelik-Branche sollte solche persönlichen Erzählungen genau beobachten, da sie zukünftige politische Entscheidungen und die öffentliche Wahrnehmung prägen könnten


