
EU-Abwasserstudie zeigt steigenden Kokain- und Ketaminverbrauch in Europa
Eine groß angelegte Abwasserstudie in 115 europäischen Städten zeigt einen Anstieg des Kokain- und Ketaminkonsums bei gleichzeitigem Rückgang der MDMA-Werte und verdeutlicht veränderte Drogentrends
Key Points
- 1Abwasser aus 115 Städten in 25 europäischen Ländern wurde auf Drogen-Biomarker analysiert
- 2Kokain- und Ketaminkonsum stiegen an Wochenenden, während MDMA-Werte insgesamt sanken
- 3Alle getesteten illegalen Drogen wurden in nahezu jeder Stadt gefunden, mit regionalen Unterschieden
- 4OG Lab sieht darin einen bedeutenden Schritt zur Überwachung und zum Verständnis von Drogentrends
Eine umfassende neue Analyse von Abwasser in 115 europäischen Städten hat veränderte Drogenkonsum-Muster aufgezeigt, wobei der Konsum von Kokain und Ketamin zunimmt, während die MDMA-Werte zurückgehen. Die Studie, durchgeführt von der Europäischen Drogenagentur (EUDA) in Zusammenarbeit mit der SCORE-Gruppe, stellt die bisher umfassendste Abwasserforschung dar und bietet einen einzigartigen Einblick in illegale Drogentrends in 25 Ländern
Die Forscher sammelten zwischen März und Mai 2025 jeweils eine Woche lang Proben in jeder Stadt und analysierten Urin-Biomarker für verschiedene Substanzen, darunter Amphetamin, Methamphetamin, Ketamin, MDMA, Kokain und Cannabis. Den Ergebnissen zufolge zeigten „mehr als 75 % der Städte höhere Konzentrationen von Kokain und MDMA an Wochenenden im Vergleich zu Wochentagen.“ Ketamin folgte einem ähnlichen Wochenendanstieg in etwa der Hälfte der Städte, während Cannabis, Amphetamin und Methamphetamin eher gleichmäßig über die Woche konsumiert wurden
Trotz einiger Einschränkungen – wie der Unfähigkeit, spezifische Nutzergruppen zu identifizieren oder die Reinheit der Drogen zu bestimmen – liefert die Studie wertvolle Einblicke in den Drogenkonsum. „Auch wenn es keine perfekte Methodik gibt (wir bezweifeln, dass es so etwas gibt), liefert diese Studie wertvolle Informationen zu Drogenkonsumtrends in Europa“, heißt es im Bericht. Die Analyse hob außerdem hervor, dass alle getesteten illegalen Drogen in nahezu jeder Stadt nachgewiesen wurden, wobei die Konzentrationen regional stark variierten
Aus Sicht der OG Lab-Redaktion signalisiert diese groß angelegte Abwasseranalyse eine bemerkenswerte Veränderung der urbanen Drogenszene Europas und bietet einen datenbasierten Ansatz zur Nachverfolgung des Substanzkonsums. Da immer mehr Regionen ähnliche Überwachungstechniken einsetzen, könnten die Ergebnisse öffentliche Gesundheitsinitiativen und politische Diskussionen im Cannabis- und weiteren Drogenbereich informieren. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung wissenschaftlicher Innovationen zum Verständnis und zur Reaktion auf sich wandelnde Drogentrends