
Frankfurt und Offenbach bewerben sich um Pilotprojekte zur Cannabisverteilung in Deutschland
Frankfurt und Offenbach werden Modellregionen für Pilotprojekte zur Cannabisverteilung in Deutschland im Rahmen eines umfassenderen Reformplans
Key Points
- 1Deutschland schlägt eine Cannabisreform mit doppeltem Ansatz vor, die Entkriminalisierung und Cannabis Clubs umfasst
- 2Frankfurt und Offenbach bekunden Interesse an Pilotprojekten für regulierte Cannabisverkäufe
- 3Pilotprojekte werden zukünftige Cannabisregulierungen in Deutschland informieren
- 4Die vollständige Umsetzung der Reform wird bis zum Herbst erwartet, mit Pilotprojekten wahrscheinlich im Jahr 2024
- 5Kommunen in ganz Deutschland zeigen Interesse, Modellregionen zu werden
Deutschland geht einen bedeutenden Schritt in seiner Cannabispolitik, wie von Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir skizziert. Die kürzlich vorgestellte Reform führt ein Modell mit doppeltem Ansatz ein, anstatt eine vollständige Legalisierung des Cannabisverkaufs zu verfolgen. Dieser neue Plan zielt darauf ab, den Freizeitkonsum von Cannabis zu entkriminalisieren und den begrenzten Anbau zu Hause zu ermöglichen. Darüber hinaus wird die Gründung von privaten Cannabis Clubs vorgeschlagen, die Cannabis anbauen und es unter strengen Vorschriften an Mitglieder verteilen sollen
Der Reformplan erlaubt den persönlichen Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis für Personen über 18 Jahren und gestattet Haushalten den Anbau von drei bis fünf Pflanzen. Diese Cannabis Clubs sind darauf beschränkt, ihren Mitgliedern maximal 25 Gramm pro Tag zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Dieser Ansatz markiert einen Abkehr von kommerziellem Anbau und Einzelhandelsverkäufen und zielt stattdessen darauf ab, ein kontrolliertes Umfeld für die Cannabisverteilung durch gemeinnützige Organisationen zu schaffen
Neben der Entkriminalisierung umfasst die Reform Pilotprojekte, um regulierte Cannabisverkäufe an Erwachsene zu testen. Diese wissenschaftlichen Experimente werden als Grundlage für zukünftige regulatorische Rahmenbedingungen dienen. Obwohl sich die Reform noch in einem frühen Stadium befindet, haben mehrere deutsche Kommunen Interesse bekundet, als Modellregionen für diese Pilotprojekte teilzunehmen
Zu den Städten, die an einer Teilnahme interessiert sind, gehören Frankfurt und Offenbach, beide im Bundesland Hessen gelegen. Stefan Majer, der Gesundheitsdezernent von Frankfurt, hat seine Unterstützung für die konkreten Pläne der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht, die Einschränkungen anerkannt, aber die Bedeutung der Umsetzung machbarer Aspekte der Reform betont. Frankfurt und Offenbach haben sich bereits verpflichtet, Cannabisverteilungsprojekte zu verfolgen, gemäß einem kommunalen Beschluss von 2021, und planen, bei dieser Initiative zusammenzuarbeiten
Die Grünen-Bürgermeisterin von Offenbach, Sabine Groß, hob die Notwendigkeit weiterer Klarstellungen zu verschiedenen Aspekten der Reform hervor. Trotz der Unsicherheiten sind die beiden Städte bereit, eine Modellregion zu bilden und wissenschaftliche Forschungen zur Cannabisverteilung durchzuführen. Ihre Begeisterung spiegelt einen breiteren Trend unter deutschen Kommunen wider, wobei in den kommenden Monaten mit weiteren Ankündigungen von Kandidaturen für den Status als Modellregion zu rechnen ist
Der Zeitplan für die Einführung dieser Pilotprojekte deutet darauf hin, dass die vollständige Umsetzung der ersten Phase der Reform nicht vor dem Herbst erfolgen wird. Folglich könnten die ersten deutschen Städte ihre Pilotprojekte zur Cannabisverteilung möglicherweise nicht vor 2024 starten. Diese Verzögerung spiegelt den vorsichtigen Ansatz wider, der in den bestehenden Pilotprogrammen der Schweiz zu beobachten ist, und deutet auf eine sorgfältige Berücksichtigung der regulatorischen Auswirkungen und der Ergebnisse für die öffentliche Gesundheit hin