
Französische Abgeordnete schlägt hohe Geldstrafen für Cannabisgebrauch vor
Die französische Abgeordnete Christelle D’Intorni schlägt erhöhte Geldstrafen für Cannabisgebrauch vor, um den Handel einzudämmen, was jedoch eine Debatte über Wirksamkeit und Fairness auslöst
Key Points
- 1Christelle D’Intorni schlägt vor, die Geldstrafen für Cannabis auf 10.000 Euro zu erhöhen
- 2Der Vorschlag umfasst Maßnahmen wie Fahrzeugbeschlagnahmung und Entzug von Sozialleistungen
- 3Kritiker argumentieren, dass die Geldstrafen überproportional junge Menschen aus Vororten betreffen
- 4Der Vorschlag betont die Strafverfolgung über Gesundheitsstrategien
- 5Ungewissheit bleibt, ob der Vorschlag im Nationalversammlung angenommen wird
In einem mutigen legislativen Schritt hat die französische Abgeordnete Christelle D’Intorni von der Partei Les Républicains eine erhebliche Erhöhung der Strafen für den Cannabiskonsum vorgeschlagen. Derzeit müssen Personen, die öffentlich Cannabis konsumieren oder besitzen, mit einer Geldstrafe von 150 Euro rechnen, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen, wie das Mitführen eines Ausweises und das Erreichen des gesetzlichen Mindestalters. D’Intorni argumentiert jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichend abschreckend sind und zielt darauf ab, einen 'Schockeffekt' zu erzeugen, um mit cannabisbezogenen Straftaten entgegenzuwirken
D’Intornis Vorschlag sieht vor, die Geldstrafe für Ersttäter auf 10.000 Euro und für Wiederholungstäter auf 15.000 Euro zu erhöhen. Darüber hinaus plädiert sie für die Beschlagnahmung von Fahrzeugen, die beim Erwerb illegaler Substanzen verwendet werden, sowie für den Entzug von Stipendien und Familienleistungen für Eltern minderjähriger Täter. Diese Initiative zielt darauf ab, die Strafmaßnahmen gegen den Cannabiskonsum zu verschärfen, der nach französischem Recht derzeit mit bis zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von 3.750 Euro bestraft werden kann
Der Vorschlag hat eine Debatte über seine Wirksamkeit und Fairness ausgelöst, insbesondere da nur 34 % der aktuellen Geldstrafen bezahlt werden. Kritiker weisen darauf hin, dass diese Geldstrafen überproportional junge Menschen aus Vororten betreffen und den Cannabiskonsum nicht signifikant reduziert haben. Der Vorschlag wird Gérald Darmanin, dem Innenminister, vorgelegt, wobei der Schwerpunkt auf der Strafverfolgung und nicht auf gesundheitsbezogenen Strategien liegt, da der Gesundheitsminister, François Braun, nicht an den Diskussionen beteiligt ist
Die weitreichenden Auswirkungen dieses Vorschlags könnten die Drogenpolitik Frankreichs beeinflussen, die traditionell einen strafenden Ansatz verfolgt. Während einige ihn als notwendigen Schritt zur Bekämpfung des Drogenhandels ansehen, argumentieren andere, dass er den Aspekt der öffentlichen Gesundheit beim Drogenkonsum vernachlässigt. Der Fokus des Vorschlags auf strengen Strafen, ohne die Behandlung oder Prävention von Sucht anzusprechen, wirft Fragen über seine potenziellen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und soziale Gerechtigkeit auf
Während D’Intorni sich darauf vorbereitet, ihren Vorschlag zu präsentieren, bleibt ungewiss, ob er im französischen Nationalversammlung genügend Unterstützung finden wird. Die Debatte darüber, ob erhöhte Geldstrafen den Cannabiskonsum effektiv abschrecken oder lediglich eine finanzielle Belastung für bestimmte Bevölkerungsgruppen darstellen, geht weiter. Der Vorschlag unterstreicht die anhaltende Spannung in Frankreich zwischen strafenden Maßnahmen und progressiveren Drogenpolitiken