
Große US-Banken halten Cannabisverbot trotz Trumps Neuordnung der Marihuana-Einstufung aufrecht
Große US-Banken verweigern der Cannabisbranche weiterhin Dienstleistungen trotz Trumps Neuordnung der Marihuana-Einstufung und verweisen auf regulatorische Unsicherheit und fehlenden gesetzlichen Schutz
Key Points
- 1US-Banken sind trotz einer bundesweiten Neuordnung der Marihuana-Einstufung weiterhin nicht bereit, der Cannabisbranche zu dienen
- 2Die formelle Herabstufung von Marihuana zu einer Schedule-3-Droge steht noch aus
- 3Banken verweisen auf Unsicherheit bezüglich Freizeit-Cannabis und fehlende klare Schutzmaßnahmen
- 4Branchenführer und Präsident Trump äußern Frustration über die Pattsituation im Bankwesen
- 5Umfassende gesetzgeberische Maßnahmen sind notwendig für eine weitreichende Reform des Cannabis-Bankings
Trotz der am 18. Dezember von Präsident Donald Trump erlassenen Anordnung zur Neuordnung der Marihuana-Einstufung sind führende US-Banken weiterhin nicht bereit, Dienstleistungen für die legale Cannabisbranche anzubieten. Der 32-Milliarden-Dollar-Sektor sieht sich weiterhin mit Hindernissen im Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen konfrontiert, eine Situation, die Berichten zufolge Präsident Trump selbst frustriert. Wie MJBizDaily berichtet, führt das Fehlen sofortiger regulatorischer Klarheit dazu, dass Institutionen wie JP Morgan Chase & Co. zögern, ihre langjährigen Richtlinien gegenüber Cannabis-Kunden zu ändern
Ein von The New York Post zitierter Vermerk eines JP Morgan-Executives verdeutlichte die Position der Bank: Ohne eine formelle Herabstufung von Marihuana zu einer Schedule-3-Droge werde man eine Änderung des Vorgehens nicht in Betracht ziehen. „Es ist noch zu früh, unsere Position zu überdenken, und wir werden unsere Haltung nicht ändern“, erklärte der Executive und unterstrich damit die vorsichtige Haltung großer Finanzinstitute. Die formelle Herabstufung zu Schedule 3, die bestimmte Steuerbelastungen für Cannabisunternehmen reduzieren würde, steht noch aus, während der Generalstaatsanwalt den Prozess abschließt
Banker weisen zudem darauf hin, dass Trumps Neuordnung offenbar hauptsächlich medizinisches Marihuana betrifft, wodurch Unsicherheit über die Anwendung auf Cannabis für den Freizeitgebrauch besteht. Diese Unklarheit hat die Zurückhaltung der Banken, mit der Branche zusammenzuarbeiten, weiter verstärkt. Laut The Post ist diese Unterscheidung ein wesentlicher Faktor für ihre anhaltende Ablehnung, trotz der zunehmenden gesetzlichen Akzeptanz von Cannabis auf Bundesstaatsebene
Vertreter der Branche äußern Frustration über die anhaltende Pattsituation. Marc Cohodes, ehemaliger Hedgefonds-Manager, sagte gegenüber The Post: „Die Branche wird Bankdienstleistungen erhalten, ob sie will oder nicht, weil Trump will, dass sie bankfähig ist.“ Er fügte hinzu: „Trump hasst die Tatsache, dass US-Cannabisunternehmen, die US-Arbeitsplätze schaffen und US-Steuern zahlen, an keiner Börse gelistet werden können, während kanadische Unternehmen das können.“ Der fehlende Zugang zu Bankdienstleistungen benachteiligt viele US-Cannabisbetreiber im Vergleich zu ihren internationalen Konkurrenten
Gesetzgeberische Maßnahmen bleiben der wahrscheinlichste Weg für umfassende Reformen im Bankwesen. Trotz wiederholter Versuche sind Maßnahmen wie der SAFER Banking Act im Senat nicht vorangekommen, insbesondere seit die Republikaner die Kontrolle über den Kongress übernommen haben. Keine Bank oder Kreditgenossenschaft wurde bisher auf Bundesebene für die Betreuung von Cannabisunternehmen bestraft, doch die Angst vor Geldwäsche-Ermittlungen hält die meisten Institute davon ab, in den Markt einzutreten
Aus Sicht der OG Lab-Redaktion verdeutlicht die anhaltende Zurückhaltung großer Banken, den Cannabissektor zu unterstützen, die Grenzen exekutiver Maßnahmen ohne gesetzgeberische Unterstützung. Solange der Kongress keine umfassenden Schutzmaßnahmen für Finanzinstitute erlässt, wird die Branche voraussichtlich weiterhin auf Bargeld angewiesen und unterversorgt bleiben. Diese Pattsituation unterstreicht den Bedarf an klaren, branchenweiten Richtlinien und signalisiert, dass echte Veränderungen von zukünftigen politischen und regulatorischen Entwicklungen abhängen könnten


