
ICBC Berlin 2023 hebt Deutschlands sich entwickelnde Cannabismarktstrategie hervor
ICBC Berlin 2023 präsentierte Deutschlands überarbeitete Cannabisstrategie und entfachte Diskussionen in der Branche über zukünftige Chancen und Herausforderungen angesichts regulatorischer Änderungen
Key Points
- 1ICBC Berlin 2023 konzentrierte sich auf Deutschlands überarbeitete Cannabismarktstrategie
- 2Der ursprüngliche Vorschlag für den Cannabismarkt in Deutschland wurde von der EU abgelehnt
- 3Neue Pläne umfassen Cannabis Clubs und Pilotstudien, die logistischen Herausforderungen gegenüberstehen
- 4Vorgeschlagene gesetzliche Änderungen könnten den Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland erleichtern
- 5Branchenführer äußern vorsichtigen Optimismus über die sich entwickelnde Cannabis-Politik Deutschlands
Die Internationale Cannabis Business Conference (ICBC) in Berlin 2023 war eine entscheidende Veranstaltung, die Tausende von Teilnehmern anzog, um über Deutschlands sich entwickelnden Cannabismarkt zu diskutieren. Die Konferenz fand im Estrel Berlin Hotel statt und kam kurz nach der Ankündigung Deutschlands über bedeutende Änderungen seiner Cannabis-Kommerzialisierungspläne. Diese politische Wende entfachte lebhafte Diskussionen unter Branchenführern über zukünftige Geschäftsmöglichkeiten im deutschen Cannabis-Sektor
Peter Homberg, Partner der Anwaltskanzlei Dentons, eröffnete die Konferenz mit einem Hinweis auf die jüngsten Vorschläge der deutschen Regierung für einen Cannabis-Markt für Erwachsene. Er erklärte, dass Deutschland im Oktober 2022 zunächst mit einem Plan an die Europäische Kommission herangetreten war, der letztendlich abgelehnt wurde, was zur Entwicklung eines 'Plan B' führte. Diese alternative Strategie, obwohl enttäuschend für die Branche, steht im Einklang mit den Vereinbarungen der EU und der UN und umfasst die Gründung von Cannabis Clubs und Pilotstudien
Homberg hob die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung der ersten Säule der neuen Strategie hervor, die die Gründung von Cannabis Clubs umfasst. Diese Clubs sollen jährlich bis zu 300 kg anbauen. Allerdings bleiben logistische Probleme, wie die Suche nach geeigneten Standorten in städtischen Gebieten wie Berlin, die von Schulen entfernt sind, ungelöst. Die zweite Säule, die Pilotstudien ähnlich denen in der Schweiz umfasst, sieht ebenfalls Unsicherheiten hinsichtlich der inländischen Produktionskapazitäten vor
Trotz der Rückschläge gibt es positive Veränderungen am Horizont. Vorgeschlagene Änderungen der deutschen Betäubungsmittelgesetze werden cannabisbezogene Substanzen von der Liste der kontrollierten Substanzen streichen, was den Zugang für medizinische Patienten und Verschreiber erleichtern könnte. Obwohl der Zeitrahmen für die Umsetzung dieser Änderungen ungewiss bleibt, mit Erwartungen, die sich von Ende 2023 auf Anfang 2024 verschieben, könnten die Reformen erhebliche Auswirkungen auf den deutschen medizinischen Cannabismarkt haben
Georg Wurth, Leiter des Deutschen Hanfverbands, äußerte Skepsis hinsichtlich einer vollständigen Legalisierung innerhalb des Jahrzehnts, blieb jedoch optimistisch hinsichtlich der liberalen Haltung Deutschlands zu Cannabis. Er wies darauf hin, dass die vorgeschlagenen Reformen Deutschland neben Malta als eines der fortschrittlichsten Länder in Europa in Bezug auf die Cannabis-Politik positionieren könnten. Die Konferenz endete mit Diskussionen über die Notwendigkeit, dass Deutschland seine Abhängigkeit von Cannabis-Importen adressiert und das Potenzial für eine Expansion der inländischen Produktion