
Island schlägt vierjähriges Pilotprogramm für medizinisches Cannabis vor
Island schlägt ein vierjähriges Pilotprogramm zur Legalisierung von medizinischem Cannabis vor, das darauf abzielt, den Zugang für Patienten und regulatorische Rahmenbedingungen zu verbessern
Key Points
- 1Island schlägt ein vierjähriges Pilotprogramm für medizinisches Cannabis vor
- 2Das Programm zielt darauf ab, die Nutzung, den Anbau und den Vertrieb von medizinischem Cannabis zu legalisieren
- 3Die Initiative orientiert sich am erfolgreichen Modell Dänemarks
- 4Falls genehmigt, beginnt das Programm am 1. Januar 2024
- 5Der Vorschlag zielt darauf ab, den Zugang zu cannabisbasierten Medikamenten zu erweitern
Island hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Legalisierung von medizinischem Cannabis mit der Einführung eines Vorschlags für ein vierjähriges Pilotprogramm unternommen. Diese Initiative, die im Alþingi, dem isländischen Parlament, diskutiert wurde, zielt darauf ab, die Nutzung, den Anbau, die Produktion und den Vertrieb von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu autorisieren. Der Vorschlag wartet derzeit auf Genehmigung und, falls er angenommen wird, wird er die Grundlage für einen umfassenden regulatorischen Rahmen bilden, der vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Handelsministerium entwickelt werden soll
Im Rahmen des vorgeschlagenen Plans wird das Gesundheitsministerium eine Arbeitsgruppe bilden, um Gesetze zu entwerfen, die es Unternehmen ermöglichen, Lizenzen zur Herstellung und zum Vertrieb von cannabisbasierten Medikamenten zu beantragen. Der Gesetzentwurf soll bis zum 31. Dezember vorgelegt werden, wobei das Pilotprogramm am 1. Januar 2024 beginnen soll. Dies markiert einen potenziellen Wandel in der aktuellen Cannabis-Politik Islands, die nur die Verschreibung von Sativex, einem spezifischen cannabisbasierten Medikament, unter strengen Bedingungen erlaubt
Derzeit sind die Cannabis-Vorschriften in Island streng, wobei Sativex das einzige legal verschreibbare cannabisbasierte Medikament ist. Es wird zur Behandlung von Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Muskeldystrophie eingesetzt, ist jedoch nur über lizenzierte Neurologen erhältlich. Während CBD-Produkte erlaubt sind, müssen sie frei von THC, dem psychoaktiven Bestandteil von Cannabis, sein. Das vorgeschlagene Pilotprogramm zielt darauf ab, den Zugang zu medizinischem Cannabis und das Wissen darüber zu erweitern, inspiriert vom dänischen Modell, das 2018 eingeführt wurde
Das dänische Modell, das Island nachahmen möchte, umfasste den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken und einen experimentellen Rahmen zur Erforschung der medizinischen Eigenschaften von Cannabinoiden. Die Erfahrungen Dänemarks waren größtenteils positiv und boten ein sicheres und strukturiertes Umfeld für die Nutzung von medizinischem Cannabis. Allerdings erkennen isländische Beamte die Notwendigkeit an, die dänischen Erfahrungen zu überprüfen und daraus zu lernen, um eventuelle Mängel zu beheben und ein robustes Programm sicherzustellen
In die Zukunft blickend könnte der Erfolg dieses Pilotprogramms den Weg für umfassendere Cannabis-Reformen in Island ebnen. Durch die potenzielle Erweiterung des Zugangs zu medizinischem Cannabis zielt das Programm darauf ab, die Behandlung von chronischen Schmerzen zu verbessern und den illegalen Cannabiskonsum zu reduzieren. Der Vorschlag spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für die medizinischen Vorteile von Cannabis wider, trotz laufender Debatten über dessen Wirksamkeit und Sicherheit. Während Island auf die Entscheidung des Alþingi wartet, sind die Interessengruppen optimistisch über einen progressiven Wandel in der Herangehensweise des Landes an die Cannabis-Gesetzgebung