
Kanadische Studie zeigt Cannabis als Ersatz für legale Drogen
Eine kanadische Studie hebt Cannabis als potenziellen Ersatz für Tabak, Alkohol und bestimmte Pharmazeutika hervor und stellt seinen Ruf als Einstiegsdroge in Frage
Key Points
- 1Studie zeigt, dass Cannabis Tabak, Alkohol und Pharmazeutika ersetzen kann
- 2271 Teilnehmer berichteten über die Verwendung von Cannabis anstelle von verschreibungspflichtigen Medikamenten
- 3Forscher heben Cannabis als Behandlung für psychische und körperliche Gesundheit hervor
- 4Fragen bleiben zu illegalen Marktkäufen trotz medizinischem Zugang
- 5Cannabis kann Schäden reduzieren, birgt aber weiterhin Abhängigkeitsrisiken
Eine aktuelle kanadische Studie, die im International Journal of Drug Policy veröffentlicht wurde, beleuchtet das Potenzial von Cannabis als Ersatz für schädlichere Substanzen wie Tabak, Alkohol und bestimmte Pharmazeutika. Diese Forschung steht im Einklang mit der wachsenden Wahrnehmung von Cannabis als 'Deeskalationsdroge' und stellt den lang gehegten Glauben in Frage, dass es als Einstiegsdroge zu gefährlicheren Drogen wirkt
Die Studie, an der 271 Teilnehmer mit einer Genehmigung zum Kauf von therapeutischem Cannabis beteiligt waren, ist eine der ersten, die die Synergie zwischen Cannabiskonsum und der Reduzierung anderer Substanzabhängigkeiten untersucht. Laut den Forschern Phillipe Lucas und Zach Walsh wird Cannabis zunehmend als wirksame Behandlung für psychische und körperliche Gesundheitsprobleme angesehen und bietet eine Alternative zu traditionellen Medikamenten
Die Teilnehmer der Studie füllten einen umfassenden Online-Fragebogen aus, der ergab, dass 63 % Cannabis anstelle von verschreibungspflichtigen Medikamenten verwenden, wobei 30 % es als Ersatz für Opioide nutzen. Darüber hinaus ersetzen 16 % dieser Nutzer Benzodiazepine durch Cannabis zum Schlafen, und 12 % verwenden es anstelle von Antidepressiva. Die Studie ergab auch, dass 25 % der Teilnehmer Cannabis als Ersatz für Alkohol verwenden, während 12 % Tabak durch Cannabis ersetzen
Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse lässt die Studie einige Fragen unbeantwortet, wie zum Beispiel, warum 42 % der Teilnehmer weiterhin Cannabis auf illegalen Märkten kaufen, obwohl sie medizinische Rezepte haben. Der Forschung fehlen auch Details zur Häufigkeit und zu den Methoden des Cannabiskonsums unter den Teilnehmern, was auf Bereiche für zukünftige Untersuchungen hinweist
Während Cannabis potenzielle Vorteile als Ersatz für schädlichere Substanzen bietet, ist es wichtig zu beachten, dass es weiterhin das Risiko einer Abhängigkeit birgt. Obwohl es möglicherweise nicht zu einer physischen Abhängigkeit führt, kann langfristiger Gebrauch zu psychologischer Abhängigkeit führen, was die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überlegung bei seiner Anwendung als therapeutische Alternative unterstreicht