
Kolumbien plant umfassende Legalisierung von Cannabis mit strengen Auflagen
Kolumbien hat einen Gesetzesentwurf zur umfassenden Legalisierung von Cannabis mit strenger Regulierung und sozialer Förderung beschlossen.
Key Points
- 1Erwachsene dürfen bis zu 20 Gramm Cannabisblüten und 5 Gramm Konzentrate täglich erwerben.
- 2Eigenanbau von bis zu 20 Pflanzen pro Person ist erlaubt.
- 3Mindestens 50 % des Cannabis müssen von indigenen oder bäuerlichen Gemeinschaften stammen.
- 4Strenge Werbebeschränkungen und Aufklärungskampagnen sind vorgesehen.
- 5Personen mit Vorstrafen können eine Löschung ihrer Strafregister beantragen.
Das kolumbianische Parlament hat in der ersten Lesung einem Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis zugestimmt. Der Vorschlag sieht vor, den gesamten Produktions- und Vertriebsweg von der Saat bis zum Endprodukt streng zu regulieren und den Verkauf ausschließlich in lizenzierten Geschäften mit Alterskontrolle zu ermöglichen. "Wir haben gerade die Regulierung von Cannabis in der ersten Debatte genehmigt. Es ist Zeit zu regulieren. Wir werden alles von der Saat bis zum fertigen Produkt regulieren", erklärte Abgeordneter Alejandro Ocampo.
Das Gesetz würde Erwachsenen ab 18 Jahren erlauben, täglich bis zu 20 Gramm Cannabisblüten und 5 Gramm Konzentrate zu erwerben. Zudem ist der Anbau von bis zu 20 Pflanzen pro Person für den Eigenbedarf vorgesehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung benachteiligter Gruppen: Mindestens die Hälfte des legal vertriebenen Cannabis soll von indigenen, afro-kolumbianischen und bäuerlichen Gemeinschaften stammen, denen zudem 70 Prozent der Anbau-Lizenzen vorbehalten sind.
Die Gesetzesvorlage sieht außerdem strenge Werbebeschränkungen vor, um den Zugang für Minderjährige zu verhindern, sowie staatliche Aufklärungskampagnen über die potenziellen Risiken des Konsums. Darüber hinaus können Personen mit früheren Cannabis-Verurteilungen eine Löschung ihrer Strafregister beantragen, was eine Entkriminalisierung und Wiedereingliederung fördern soll.
Präsident Gustavo Petro unterstützt die Legalisierung und kritisierte die bisherige Drogenpolitik als gescheitert. Er betonte, dass die Aufrechterhaltung des Verbots die Gewalt und den illegalen Handel begünstige. Der Gesetzesentwurf wird nun im Plenum des Repräsentantenhauses und anschließend im Senat weiterverhandelt.
Die geplanten Regelungen sind ein Beispiel für einen umfassenden Legalisierungsansatz, der nicht nur den Markt kontrollieren, sondern auch soziale Gerechtigkeit fördern soll. Für Reisende aus Deutschland und anderen Ländern ist zu beachten, dass die Gesetzgebung derzeit nur in Kolumbien gilt und dortige Vorschriften für Anbau, Verkauf und Besitz in jedem Fall strikt einzuhalten sind.


