
Kosmische Strahlung stellt Cannabisgebrauch im Weltraum in Frage, warnen Wissenschaftler
Kosmische Strahlung könnte Cannabis im Weltraum unwirksam machen und Herausforderungen für zukünftige Langzeitmissionen darstellen, warnen Forscher
Key Points
- 1Kosmische Strahlung könnte die Effekte von Cannabis im Weltraum aufheben
- 2Forschung hebt Risiken für das Endocannabinoid-System hervor
- 3NASA entwickelt Schutzschilde gegen kosmische Strahlen
- 4Aktuelles Rauchverbot auf der ISS bleibt bestehen
- 5Das Verständnis kosmischer Strahlung ist entscheidend für zukünftige Missionen
Die Aussicht, Cannabis im Weltraum zu verwenden, hat sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Enthusiasten Neugier und Debatten ausgelöst. Während die Vorstellung, dass Astronauten in der Internationalen Raumstation (ISS) einen Joint genießen, faszinierend erscheinen mag, machen praktische und wissenschaftliche Herausforderungen dies unwahrscheinlich. Die Hauptsorge ist die Auswirkung der kosmischen Strahlung auf die psychoaktiven Effekte von Cannabis, die es laut Forschern der Universität von Kalifornien unwirksam machen könnte
Kosmische Strahlen, die aus hochenergetischen Protonen bestehen, stellen eine erhebliche Bedrohung für das Endocannabinoid-System dar, das entscheidend für die Aufrechterhaltung der Homöostase im menschlichen Körper ist. Studien amerikanischer und ungarischer Wissenschaftler haben gezeigt, dass diese Strahlen das System stören können, was potenziell die Effekte von THC, dem Hauptbestandteil von Cannabis, aufheben könnte. Wie Bruce Goldman vorschlägt, ist das Verständnis dieser Effekte entscheidend für zukünftige Langzeitmissionen im Weltraum
Forschungen unter der Leitung von Professor Sang-Hun Lee haben untersucht, wie sich Raumfahrt auf das Gehirn auswirkt, insbesondere auf den Hippocampus, der für das Gedächtnis und das räumliche Bewusstsein unerlässlich ist. Die Studie ergab, dass kosmische Strahlung die Struktur von Neuronen verändern und kognitive Funktionen beeinträchtigen könnte, wie Experimente an Mäusen zeigen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen, bevor Menschen sich auf längere Raumreisen begeben
Die in Brain Structure and Function veröffentlichte Studie hebt die Bedeutung der Entwicklung von Schutzschilden gegen kosmische Strahlen hervor, um Astronauten zu schützen. Die NASA arbeitet aktiv an solchen Technologien, die eines Tages den sicheren Konsum von THC im Weltraum ermöglichen könnten. Bis diese Fortschritte jedoch realisiert werden, bleibt das Rauchverbot an Bord der ISS bestehen
In die Zukunft blickend, gehen die Implikationen dieser Forschung über den Freizeitgebrauch hinaus. Da die Menschheit langfristige Weltraumexploration anstrebt, wird das Verständnis der Auswirkungen kosmischer Strahlung auf die menschliche Gesundheit von größter Bedeutung. Die Entwicklung effektiver Gegenmaßnahmen könnte neue Möglichkeiten eröffnen, das geistige Wohlbefinden während längerer Missionen aufrechtzuerhalten