
Kritik am deutschen Cannabis-Legalisierungsplan wegen Überregulierung
Der Cannabis-Legalisierungsplan Deutschlands sieht sich wegen unpraktischer Vorschriften Kritik ausgesetzt, die den Betrieb von Cannabis-Clubs behindern und die Gesundheits- und Sicherheitsziele gefährden könnten
Key Points
- 1Deutscher Cannabis-Legalisierungsplan wird wegen Überregulierung kritisiert
- 2Vorgeschlagenes Gesetz konzentriert sich stark auf Gesundheit und Jugendschutz
- 3Standortbeschränkungen drängen Cannabis-Clubs in teure Industriegebiete
- 4Ausschlusszonen schaffen nahezu totale Verbote in städtischen Gebieten wie Berlin
- 5Finanzielle und operationale Belastungen könnten Mitglieder in den illegalen Markt treiben
Das vorgeschlagene Gesetz zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland, das die Gründung von Cannabis-Clubs zum Ziel hat, sieht sich erheblicher Kritik wegen seiner wahrgenommenen Überregulierung ausgesetzt. Brancheninsider und potenzielle Clubgründer argumentieren, dass die strengen Regeln es nahezu unmöglich machen würden, dass diese Vereine effektiv arbeiten können. Der letzte Woche veröffentlichte Gesetzentwurf wurde von vielen Akteuren im Cannabis-Sektor als übermäßig kompliziert und unpraktisch beschrieben
Der Kern der vorgeschlagenen Gesetzgebung konzentriert sich stark auf gesundheitliche Aspekte, insbesondere den Schutz von Kindern und Jugendlichen, so Kai-Friedrich Niermann, ein Anwalt der Cannabis-Industrie. Er argumentiert, dass dieser Fokus zu übermäßigem gesundheitspolitischem Alarmismus führt. Die Bestimmungen des Gesetzes werden als widersprüchlich und übermäßig restriktiv angesehen, was den Konsum und Anbau von Cannabis innerhalb dieser Clubs potenziell behindern könnte
Adrian Schöpf, Mitbegründer von The Joint Venture, einem Cannabis-Verein in Bremerhaven, hat aufgrund der neuen Vorschriften seine Pläne auf Eis gelegt. Er hebt die Unpraktikabilität der Standortbeschränkungen hervor, die verlangen, dass Clubs außerhalb von Wohngebieten angesiedelt sind, was sie in teure Industriegebiete drängt. Dieses Setup wird für gemeinnützige Organisationen aufgrund hoher Kosten und logistischer Herausforderungen als untragbar angesehen
Zusätzliche Komplikationen ergeben sich aus den durch das Gesetz vorgeschriebenen Ausschlusszonen, die den Cannabiskonsum innerhalb von 200 Metern von Schulen, Spielplätzen und Jugendeinrichtungen verbieten. Dies schafft effektiv ein nahezu totales Verbot in städtischen Gebieten wie Berlin, so Niermann. Darüber hinaus erschwert das Werbeverbot die Information der Öffentlichkeit über legale Konsumzonen, was rechtliche Konsequenzen für Nutzer nach sich ziehen könnte
Finanziell auferlegt das Gesetz Cannabis-Clubs belastende Anforderungen, wie die Deckung der Betriebskosten ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, ohne pro Gramm zu berechnen. Dies könnte die Gebühren so hoch treiben, dass potenzielle Mitglieder den illegalen Markt bevorzugen könnten. Die Clubs sind außerdem verpflichtet, umfangreiche Dokumentations- und Meldepflichten zu erfüllen, was die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter erforderlich machen könnte, was die Ressourcen weiter belastet. Kritiker argumentieren, dass diese Herausforderungen verhindern könnten, dass das Gesetz seine beabsichtigten Ziele erreicht, die öffentliche Gesundheit zu verbessern und die organisierte Kriminalität zu reduzieren