
Kritik an Spaniens neuen Cannabis-Vorschriften für medizinische Nutzung
Spanien genehmigt Cannabisverschreibungen für medizinische Nutzung, doch Kritiker argumentieren, die Vorschriften seien zu restriktiv und es fehle an ausreichender Schulung für Ärzte
Key Points
- 1Spanien genehmigt Cannabisverschreibungen für vier medizinische Bedingungen
- 2Kritiker argumentieren, die Vorschriften seien zu restriktiv und schränkten den Zugang ein
- 3Bedenken über unzureichende Schulung von Ärzten zur Verschreibung von Cannabis
- 4Forderungen nach erweiterten qualifizierenden Bedingungen und verbessertem Patienten Zugang
- 5Aktuelle Vorschriften werden als Ausgangspunkt angesehen, der weiterer Entwicklung bedarf
Anfang 2026 hat Spanien einen bedeutenden Schritt gemacht, indem es offiziell Cannabisverschreibungen für vier spezifische medizinische Bedingungen zulässt. Diese Entwicklung folgt auf den Beitritt des Landes zu über 40 anderen, die 2025 Cannabis in ihre Gesundheitssysteme integriert haben. Die spanische Agentur für Medikamente und Medizinprodukte (AEMPS) hat die Bedingungen festgelegt, unter denen cannabisbasierte Behandlungen verschrieben werden können, was einen entscheidenden Schritt zur Formalisierung der Verwendung in der Medizin darstellt
Die neuen Vorschriften wurden mit gemischten Reaktionen aufgenommen. Jesús de Santiago von der spanischen Schmerzgesellschaft äußerte Erleichterung über die Klarheit, die die Vorschriften bringen, und betonte die Bedeutung standardisierter Medikamente für die Patientensicherheit. Kritiker wie Manuel Guzmán von der Complutense-Universität Madrid argumentieren jedoch, dass die Vorschriften zu restriktiv sind und den Zugang zu Behandlungen einschränken, die einer breiteren Patientengruppe zugutekommen könnten
Carola Pérez, Präsidentin des spanischen Observatoriums für medizinisches Cannabis, äußerte Bedenken über den Mangel an Schulungen für Ärzte, die ihrer Meinung nach effektive Verschreibungspraktiken behindern. Pérez, die Cannabis gegen neuropathische Schmerzen verwendet, hebt die Notwendigkeit umfassender Schulungsprogramme hervor, um sicherzustellen, dass Ärzte gut gerüstet sind, um Cannabis zu verschreiben. Sie weist auch darauf hin, dass die aktuellen Vorschriften viele Patienten ausschließen, die potenziell von Cannabisbehandlungen profitieren könnten
Cristina Sánchez García, Akademikerin an der Complutense-Universität, kritisierte ebenfalls den Rahmen wegen seiner Einschränkungen, wie das Ausschließen von Hausärzten von der Verschreibung von Cannabis und die Einschränkung der verfügbaren Bedingungen und Produkte. Sie glaubt, dass die Vorschriften zwar einen Fortschritt darstellen, aber nicht ausreichen, um mit anderen europäischen Ländern Schritt zu halten. Die Notwendigkeit klarer Protokolle und realer Daten wird betont, um sicherzustellen, dass die Vorschriften effektiv und vorteilhaft sind
Experten wie Araceli Manjón-Cabeza von der Complutense-Universität schlagen vor, dass die nächsten Schritte die Erweiterung der Liste der qualifizierenden Bedingungen und die Auseinandersetzung mit rechtlichen Herausforderungen umfassen sollten, die die Abgabe von Cannabis auf Krankenhausapotheken beschränken. Die breitere Gemeinschaft fordert ein Ende des Stigmas rund um den Cannabiskonsum und sucht einen regulatorischen Rahmen, der Patienten unterstützt, anstatt sie mit Misstrauen zu behandeln. Das aktuelle System wird zwar als progressiv angesehen, gilt jedoch als Ausgangspunkt, der weiterentwickelt werden muss, um die Bedürfnisse der Patienten effektiv zu erfüllen