
Parteienübergreifender Gesetzentwurf schlägt FDA-Regulierung von CBD vor und öffnet Weg zur Medicare-Abdeckung
Ein neuer parteiübergreifender Gesetzentwurf würde der FDA die Regulierung von CBD in Hanfprodukten ermöglichen und könnte den Weg für Medicare-Abdeckung ebnen, um die Unsicherheit der Branche zu adressieren
Key Points
- 1Der parteiübergreifende HEMP Act würde der FDA die Befugnis zur Festlegung von CBD-Grenzwerten in Hanfprodukten geben
- 2Der Gesetzentwurf reagiert auf Präsident Trumps Versprechen zur Medicare-CBD-Abdeckung und drohende THC-Verbote
- 3Die Hanfbranche steht vor Unsicherheit durch ein Verbot der meisten CBD-Produkte ab November
- 4Vorgeschlagene Regelungen verpflichten den Gesundheitsminister, Cannabinoid-Grenzwerte festzulegen oder auf gesetzliche Höchstwerte zurückzugreifen
- 5Branchenvertreter begrüßen den Gesetzentwurf, fordern jedoch weitere Verbesserungen und regulatorische Klarheit
Ein am Donnerstag im Kongress eingebrachter parteiübergreifender Gesetzentwurf könnte einen Wendepunkt für die Regulierung von Hanf-basierten CBD-Produkten in den Vereinigten Staaten markieren. Der vorgeschlagene Hemp Enforcement, Modernization and Protection (HEMP) Act würde der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) erstmals die Befugnis verleihen, bundesweite Grenzwerte für Cannabinoide in Hanfprodukten festzulegen. Dieser legislative Schritt folgt auf Präsident Donald Trumps jüngsten Vorstoß, Medicare die Übernahme von CBD-Kosten zu ermöglichen – ein Versprechen, das letzten Monat gegeben, aber aufgrund regulatorischer Lücken auf Bundesebene noch nicht umgesetzt wurde
Der Gesetzentwurf wird von dem republikanischen Abgeordneten Morgan Griffith aus West Virginia und dem demokratischen Abgeordneten Marc Veasey aus Texas angeführt. Er zielt speziell darauf ab, die regulatorische Lücke für CBD-Produkte zu schließen, die trotz der Legalisierung des Hanfanbaus durch den Farm Bill von 2018 weiterhin in einer rechtlichen Grauzone verbleiben. Laut einer Erklärung von Griffiths Büro konzentriert sich der HEMP Act auf die Regulierung von CBD, wobei der Entwurf auch dem Gesundheitsminister die Möglichkeit einräumt, THC-Grenzwerte für Hanfprodukte festzulegen. „Ich freue mich darauf, mit meinen Kollegen, der Trump-Administration und der FDA zusammenzuarbeiten, um diesen Gesetzentwurf zu perfektionieren“, sagte Griffith und betonte die Dringlichkeit, Verwirrung über die Sicherheit und Legalität von CBD-haltigen Produkten zu beseitigen
Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Hanfindustrie mit erheblicher Unsicherheit konfrontiert ist, insbesondere angesichts eines bundesweiten Verbots von THC-haltigen Hanfprodukten, das im November in Kraft treten soll. Das im vergangenen Jahr von Präsident Trump unterzeichnete Verbot beschränkt THC in Hanfprodukten auf maximal 0,4 Milligramm pro Packung – ein Grenzwert, der von Befürwortern als faktische Kriminalisierung der meisten auf dem Markt befindlichen CBD-Produkte angesehen wird. Diese Situation ist besonders prekär für den 28 Milliarden Dollar schweren Hanfsektor, der existenzielle Bedrohungen zu fürchten hat, sofern der Kongress keine neuen Regelungen erlässt oder das Verbot verschiebt
Nach den Bestimmungen des HEMP Act wäre Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. beauftragt, innerhalb von 60 Tagen nach Verabschiedung des Gesetzes Grenzwerte für den Cannabinoidgehalt verschiedener Hanfprodukte festzulegen – einschließlich solcher zur oralen Einnahme, Inhalation oder äußerlichen Anwendung. Sollte innerhalb von drei Jahren keine Maßnahme ergriffen werden, sieht der Gesetzentwurf automatische Grenzwerte vor: 10 Milligramm Cannabinoide pro Portion und 50 Milligramm pro Packung für essbare Produkte sowie 100 Milligramm pro Portion und 500 Milligramm pro Packung für inhalierbare und topische Produkte. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass die Formulierung nicht spezifiziert, welche Cannabinoide erfasst werden, was zukünftige Änderungen zur Einbeziehung von Hanf-THC offenlässt
Befürworter der Hanfindustrie begrüßen den Gesetzentwurf als notwendigen ersten Schritt, warnen jedoch, dass noch erhebliche Arbeit bevorsteht. Jonathan Miller, Vorsitzender des U.S. Hemp Roundtable, kommentierte: „Obwohl dieser erste Schritt sehr wichtig ist, gibt es noch viel zu tun, bevor die endgültige Verabschiedung erfolgt.“ Bemühungen, eine Aussetzung des bevorstehenden Verbots von THC-haltigen Hanfprodukten in jüngsten Bundeshaushaltsgesetzen zu verankern, sind bisher gescheitert, was die Forderungen nach einer umfassenden bundesweiten Regulierung verstärkt. Interessengruppen drängen den Kongress, klare, wissenschaftlich fundierte Regeln zu priorisieren, um sowohl Verbraucher als auch legitime Unternehmen zu schützen
Aus Sicht der Redaktion von OG Lab signalisiert diese parteiübergreifende Initiative eine potenziell transformative Veränderung in der Regulierung von CBD- und Hanfprodukten in den USA. Während die Branche auf einen bundesweiten Rahmen wartet, wird das Ergebnis dieser Gesetzgebung nicht nur für Produktsicherheit und Verbraucherzugang entscheidend sein, sondern auch für die breitere Integration von Cannabinoid-Therapien in das reguläre Gesundheitswesen. Die nächsten Schritte im Kongress werden von allen Akteuren im Cannabis-Sektor genau beobachtet, da eine bundesweite Klarheit die Marktentwicklung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen könnte


