
Pew-Studie zeigt: Cannabis-Stigma übertrifft Abtreibung und Homosexualität weltweit
Eine neue globale Pew-Umfrage zeigt, dass Cannabiskonsum weiterhin weithin als moralisch inakzeptabel gilt und dabei Abtreibung und Homosexualität in der Ablehnung übertrifft
Key Points
- 1Pew Research befragte 25 Länder zur moralischen Akzeptanz von Verhaltensweisen wie Cannabis, Abtreibung und Homosexualität
- 252 % der Befragten weltweit halten Marihuanakonsum für moralisch inakzeptabel, mehr als bei Abtreibung oder Homosexualität
- 3Jüngere und besser Gebildete lehnen Cannabis und Homosexualität seltener ab
- 4Legalisierung scheint das Stigma zu verringern, aber erhebliche regionale Unterschiede bleiben bestehen
Eine umfassende Pew-Studie in 25 Ländern hat ergeben, dass der Cannabiskonsum weltweit weiterhin zu den moralisch am stärksten verurteilten Verhaltensweisen gehört und dabei sogar Abtreibung und Homosexualität in der globalen Ablehnungsrate übertrifft. Die Untersuchung, bei der Tausende Menschen aus Regionen von Indonesien über Brasilien bis zu den Niederlanden befragt wurden, analysierte die öffentliche Einstellung zu einer Reihe kontroverser Themen, darunter Scheidung, Alkohol, Pornografie, außereheliche Affären, Glücksspiel, Verhütung und Homosexualität. Die Ansichten der Befragten wurden nach Faktoren wie Alter, Geschlecht, Religion, politischer Zugehörigkeit und Bildung ausgewertet, was einen differenzierten Einblick in den Wandel sozialer Tabus bietet
Laut der Umfrage halten 52 % der Menschen weltweit den Marihuanakonsum für moralisch inakzeptabel, eine höhere Zahl als diejenigen, die Abtreibung (32 %) oder Homosexualität (28 %) ablehnen. „Eine außereheliche Affäre war weltweit die moralisch am stärksten verurteilte Verhaltensweise, mit 77 % der Befragten, die diese Haltung einnahmen“, heißt es im Bericht. Weitere Verhaltensweisen mit hoher Ablehnung waren Pornografie und Glücksspiel, jeweils mit 49 %, während Alkoholkonsum (24 %) und Scheidung (12 %) deutlich weniger verurteilt wurden. Verhütung war am wenigsten kontrovers, mit nur 8 % Ablehnung
Regionale Unterschiede waren deutlich: Asiatische und afrikanische Länder zeigten starke Ablehnung gegenüber Homosexualität und Glücksspiel, während europäische Nationen deutlich toleranter waren. Die Umfrage hob außerdem hervor, dass lateinamerikanische und afrikanische Befragte eher Abtreibung verurteilten. Jüngere Menschen und besser Gebildete neigten deutlich weniger dazu, Homosexualität und Cannabiskonsum als unmoralisch zu betrachten, was auf einen Generationenwandel in den Einstellungen hinweist
Die USA zeigten ein einzigartiges moralisches Bild. Während Amerikaner bei Themen wie Untreue, Abtreibung und Pornografie stark gespalten sind, wird Cannabiskonsum dort deutlich milder beurteilt als in den meisten anderen Ländern. Laut Bericht „wird das Rauchen von Gras offenbar positiver bewertet als Glücksspiel und ist mit Scheidung vergleichbar“, ein Trend, der auf die Legalisierung von Cannabis in den USA und anderen Ländern mit regulierten Märkten zurückgeführt wird. Auffällig war der Fall Indien, wo 81 % der Befragten Cannabis trotz seiner tiefen traditionellen Verwurzelung in der Region ablehnen
Aus Sicht der Redaktion von OG Lab unterstreichen diese Ergebnisse die komplexe und sich wandelnde Natur des Cannabis-Stigmas weltweit. Mit der Ausbreitung der Legalisierung und dem Wandel der Generationen könnten moralische Verurteilungen weiter abnehmen, insbesondere bei jüngeren und besser gebildeten Bevölkerungsgruppen. Diese Umfrage ist ein wichtiger Gradmesser für politische Entscheidungsträger und Branchenführer, die die globale Akzeptanz verfolgen, und es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Wahrnehmungen mit dem Fortschreiten der Cannabisreform weiterentwickeln