
Portugal erweitert das Gesetz zur Entkriminalisierung von Drogen zur Erleichterung der Vorschriften für den persönlichen Gebrauch
Das Parlament Portugals hat Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes verabschiedet, die die Vorschriften für den persönlichen Drogengebrauch erweitern und den Nachweis der Absicht für Drogenhandelsanklagen erfordern
Key Points
- 1Portugal erweitert die Entkriminalisierung von Drogen zur Erleichterung der Vorschriften für den persönlichen Gebrauch
- 2Neues Gesetz erfordert den Nachweis der Absicht für Drogenhandelsanklagen
- 3Änderungen spiegeln einen modernisierten Ansatz zum Drogenbesitz wider
- 4Portugal bleibt führend in progressiven Reformen der Drogenpolitik
- 5Möglicher Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis wird 2024 erwartet
Das Parlament Portugals hat einen bedeutenden Schritt unternommen, indem es Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes von 1996 genehmigt hat, die den Umfang des persönlichen Drogengebrauchs erweitern. Diese gesetzliche Änderung definiert den Besitz von Substanzen neu und stellt sicher, dass Mengen, die einen Zehntagesvorrat überschreiten, nicht mehr automatisch auf Drogenhandel hindeuten. Diese Wende erfordert von den Strafverfolgungsbehörden, die Absicht zu beweisen, Drogen zu vertreiben, anstatt allein aufgrund des Besitzes von Schuld auszugehen
Die neu genehmigten Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes stammen aus einem Vorschlag von Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei (PSD), der später durch parlamentarische Debatten verfeinert wurde. Die endgültige Version, die Vorschläge der Sozialistischen Partei (PS) einbezieht, entstand nach gründlichen Diskussionen im Ausschuss für verfassungsrechtliche Angelegenheiten. Diese Änderungen zielen darauf ab, Portugals Ansatz zum Drogenbesitz zu modernisieren und ihn an zeitgemäße gesellschaftliche Normen anzupassen
Trotz der Genehmigung des Gesetzes stieß es auf Kritik aus verschiedenen Kreisen, einschließlich der Justizpolizei und einiger Mitglieder der PSD. Es wurden Bedenken hinsichtlich möglicher Herausforderungen bei der Strafverfolgung geäußert, da die Beamten nun die Verantwortung tragen, nachzuweisen, dass die beschlagnahmten Substanzen für den illegalen Vertrieb bestimmt sind. Dennoch argumentieren die Befürworter des Gesetzes, dass es einen progressiven Schritt in Richtung einer humaneren Drogenpolitik darstellt
Diese gesetzliche Änderung ist Teil eines breiteren Trends in Portugal, das seit der Entkriminalisierung aller Drogen im Jahr 2001 an der Spitze der Reformen der Drogenpolitik steht. Der Ansatz des Landes konzentriert sich auf Behandlung und Schadensminderung statt auf Bestrafung und setzt ein Beispiel für andere Nationen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Die jüngsten Änderungen festigen weiter Portugals Ruf als Vorreiter in der innovativen Drogenpolitik
In der Zukunft plant die Sozialistische Partei, im Jahr 2024 ein Gesetz zur Legalisierung von Cannabis einzuführen, was auf mögliche weitere Reformen in den DrogenGesetzen Portugals hindeutet. Dieser Schritt könnte den Weg für regulierte Cannabismärkte ebnen und sich an breitere europäische Trends zur Legalisierung anpassen. Während Portugal seine Drogenpolitik weiterentwickelt, wird die Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit und Sicherheit genau beobachtet