
Schottland setzt de facto Entkriminalisierung des Drogenbesitzes um
Schottland hat den Drogenbesitz effektiv entkriminalisiert, was der Polizei erlaubt, Verwarnungen anstelle von Strafverfolgungen für Klasse-A-Substanzen auszusprechen, was einen bedeutenden Politikwechsel darstellt
Key Points
- 1Schottland entkriminalisiert den Besitz von Klasse-A-Drogen mit polizeilichen Verwarnungen
- 2Lord Advocate Dorothy Bain kündigt die Politik der 'Abwendung von der Strafverfolgung' an
- 3Die Politik zielt darauf ab, die öffentliche Gesundheitskrise anzugehen und drogenbezogene Todesfälle zu reduzieren
- 4Gemischte politische Reaktionen verdeutlichen die Komplexität der Reform der Drogenpolitik
- 5Neuer Ansatz konzentriert sich auf Schadensminderung und Unterstützung statt Bestrafung
Schottland hat einen bedeutenden Wandel in seiner Drogenpolitik eingeleitet, indem der Besitz von Klasse-A-Drogen effektiv entkriminalisiert wurde. Diese Maßnahme wurde von Dorothy Bain QC, der neu ernannten Lord Advocate, angekündigt, die eine 'Abwendung von der Strafverfolgung'-Politik einführte. Im Rahmen dieser Politik erhalten Personen, die im Besitz von Klasse-A-Substanzen sind, eine polizeiliche Verwarnung anstelle einer Strafverfolgung, was einen erheblichen Wandel im Umgang mit drogenbezogenen Straftaten darstellt
Dorothy Bain betonte, dass diese Politik nicht mit einer vollständigen Entkriminalisierung gleichzusetzen ist, da sie speziell für den Besitz gilt und nicht für Drogenliefervergehen. Die den Polizeibeamten eingeräumte Ermessensfreiheit ermöglicht es ihnen, Verwarnungen auszusprechen und möglicherweise Personen an Unterstützungsdienste zu verweisen, um die Ursachen des Drogenkonsums anzugehen. Bain hob die dringende öffentliche Gesundheitskrise in Schottland hervor und die Rolle der Staatsanwälte, diese durch adaptive Maßnahmen zu mildern
Die Politik hat unterschiedliche Reaktionen im politischen Spektrum ausgelöst. Während einige, wie das Scottish Drugs Forum, den Schritt als fortschrittlichen Schritt zu einem gerechteren Justizsystem loben, haben andere, insbesondere die schottischen Konservativen, ihn als 'de facto Entkriminalisierung' kritisiert. Diese Debatte verdeutlicht die Komplexität der Reform der Drogenpolitik und die unterschiedlichen Perspektiven, wie drogenbezogene Probleme am besten angegangen werden können
Die Entscheidung Schottlands erfolgt vor dem Hintergrund eines besorgniserregenden Anstiegs der drogenbezogenen Todesfälle, mit einem Rekord von 1.339 Todesfällen im letzten Jahr. Diese alarmierende Statistik hat die Forderungen nach innovativen Ansätzen in der Drogenpolitik, einschließlich Strategien zur Schadensminderung, angeheizt. Maggie Chapman von den schottischen Grünen hat sich für diesen Wandel eingesetzt und auf die verheerenden Auswirkungen traditioneller Drogenpolitiken auf Gemeinschaften, insbesondere in Gebieten wie Dundee, hingewiesen
In Zukunft wird der Erfolg von Schottlands Ansatz wahrscheinlich an seinen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Kriminalitätsraten gemessen werden. Der Schwerpunkt der Politik auf Schadensminderung und Unterstützung anstelle von Bestrafung entspricht den breiteren globalen Trends in der Reform der Drogenpolitik. Während Schottland dieses neue Terrain erkundet, könnten die Ergebnisse wertvolle Einblicke für andere Regionen bieten, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen