
Spanische Regulierung von medizinischem Cannabis bis nach Wahlen verzögert
Die Regulierung von medizinischem Cannabis in Spanien wird bis nach den Wahlen verzögert, wobei politische Unsicherheiten den Fortschritt beeinträchtigen
Key Points
- 1Spanische Regulierung von medizinischem Cannabis bis nach den Wahlen verzögert
- 2Gesundheitsminister nennt Wahlperiode als Grund für die Verzögerung
- 3Auflösung des Parlaments stoppt neue Cannabisgesetze vorerst
- 4Experten äußern gemischte Ansichten zu den Aussichten auf zukünftige Regulierung
- 5Strukturierter legislativer Prozess notwendig für nachhaltige Regulierung
Der Plan der spanischen Regierung zur Regulierung von medizinischem Cannabis wurde laut Gesundheitsminister José María Miñones bis nach den bevorstehenden Wahlen verschoben. Die Verzögerung folgt auf monatelange Rückschläge und die kürzliche Auflösung des Parlaments aufgrund vorgezogener Wahlen, die von Premierminister Pedro Sánchez einberufen wurden. Miñones hatte zuvor versprochen, bis Ende Mai ein regulatorisches Dokument vorzulegen, aber der Fortschritt kam aufgrund der politischen Turbulenzen zum Stillstand
Der Bericht zur Regulierung von medizinischem Cannabis, der von der spanischen Agentur für Medikamente und Medizinprodukte (AEMPS) erstellt wurde, war Ende Mai fertiggestellt. Miñones erklärte jedoch, dass die parlamentarischen Aktivitäten aufgrund der Wahlperiode ausgesetzt seien. Er versicherte, dass es seine Priorität sein würde, den Bericht voranzutreiben und die notwendigen regulatorischen Schritte zu verfolgen, sobald das Parlament wieder zusammentritt
Die Auflösung des Parlaments hat nur einen ständigen Ausschuss übrig gelassen, der sich um verfassungsrechtliche Notfälle kümmert, was die Verabschiedung neuer Gesetze, einschließlich solcher über Cannabis, vorerst unmöglich macht. Der Rechtsexperte Bezanilla stellte fest, dass zwar theoretisch dringende Erlassverfügungen erlassen werden könnten, diese jedoch die Genehmigung des nächsten Parlaments benötigen würden, um Gesetzeskraft zu erlangen. Er äußerte Skepsis gegenüber dem Engagement der aktuellen Regierung für die Regulierung von medizinischem Cannabis
Die Möglichkeit einer zukünftigen Regulierung bleibt ungewiss, da verschiedene politische Akteure unterschiedliche Ansichten äußern. Bezanilla bleibt optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Aussichten und verweist auf Empfehlungen der Europäischen Union sowie auf historische Präzedenzfälle, in denen konservative Regierungen medizinische Cannabisgesetze unterstützten. Im Gegensatz dazu ist Albert Tió, Präsident der Föderation der selbstregulierten Cannabisverbände Kataloniens, weniger hoffnungsvoll und verweist auf mögliche Opposition sowohl von konservativen als auch von sozialistischen Parteien
Trotz der aktuellen Unsicherheiten glauben einige Experten, dass die Regulierung von medizinischem Cannabis in Spanien letztendlich erreicht werden kann. Bezanilla argumentiert, dass ein umfassender legislativer Prozess notwendig sei, der Expertenkonsultationen und parlamentarische Debatten einbeziehe. Er betont die Notwendigkeit eines strukturierten Ansatzes, um einen nachhaltigen rechtlichen Rahmen für medizinisches Cannabis zu schaffen, und schlägt vor, dass die nächste Legislaturperiode bedeutende Fortschritte bringen könnte