
Texas schlägt strengere THC-Regeln für Hanf vor und gefährdet 5,5-Milliarden-Dollar-Markt
Die texanischen Regulierungsbehörden haben neue Regeln vorgeschlagen, die beliebte THC-Hanfprodukte einschränken und die Gebühren für Unternehmen drastisch erhöhen könnten, was die 5,5 Milliarden Dollar schwere Hanfindustrie und tausende kleine Betreiber gefährdet
Key Points
- 1Das texanische DSHS hat neue Vorschriften vorgeschlagen, die THCA auf die THC-Grenzwerte für Hanf anrechnen und viele Hanfprodukte bedrohen
- 2Die jährlichen Lizenzgebühren für Hersteller könnten von 250 auf 25.000 US-Dollar steigen, für den Einzelhandel von 150 auf 20.000 US-Dollar pro Standort
- 3Die Regeln verlangen strengere Verpackungen, erweiterte Tests und Rückrufverfahren für in Texas verkaufte Hanfprodukte
- 4Branchenvertreter und Kleinunternehmer äußerten starken Widerstand und warnten vor Existenzrisiken und staatlicher Übergriffigkeit
- 5Befürworter aus dem Gesundheitswesen unterstützen strengere Kennzeichnungs- und Warnpflichten, um versehentlichen Konsum, besonders bei Kindern, zu verhindern
Die 5,5 Milliarden Dollar schwere Hanfindustrie in Texas steht vor großen Umwälzungen, da das staatliche Gesundheitsministerium Department of State Health Services (DSHS) erwägt, die Berechnung der THC-Werte in Hanfprodukten neu zu definieren. Die vorgeschlagenen Regeln würden Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) – die beim Erhitzen in psychoaktives Delta-9-THC umgewandelt wird – auf die gesetzliche THC-Grenze anrechnen, was effektiv viele beliebte Hanfprodukte wie rauchbare Blüten verbieten würde. Diese regulatorische Änderung erfolgt als Reaktion auf den Exekutivbefehl von Gouverneur Greg Abbott im September, der eine strengere Aufsicht statt eines vollständigen Verbots von Hanfprodukten im Bundesstaat fordert
Der Entwurf der Vorschriften sieht zudem eine drastische Erhöhung der Lizenzgebühren für Hanfunternehmen vor. Bei Inkrafttreten würden die jährlichen Gebühren für Hersteller von 250 auf 25.000 US-Dollar pro Einrichtung steigen, während sich die Registrierungsgebühren für Einzelhandelsstandorte von 150 auf 20.000 US-Dollar erhöhen würden. Die Regeln verlangen außerdem strengere Verpackungsstandards, erweiterte Produkttests und verpflichtende Rückrufverfahren, was zusätzliche Belastungen für die Betreiber bedeutet. Laut MJBizDaily könnten diese Änderungen bereits ab dem 25. Januar wirksam werden und erhebliche Auswirkungen auf die tausenden kleinen Unternehmen der Branche haben
Während einer öffentlichen Anhörung am 9. Januar äußerten Geschäftsinhaber und Befürworter starken Widerstand gegen die vorgeschlagenen Vorschriften. Estella Castro, Inhaberin von Austinite Cannabis Co., warnte: „Diese vorgeschlagenen Gebühren regulieren keine kleinen Unternehmen; sie beseitigen sie. Dieser Vorschlag würde mich trotz korrektem Handeln zur Schließung zwingen.“ Andere argumentierten, dass der Staat seine Befugnisse überschreite, indem er den gesetzlichen Rahmen für Hanf neu definiere. Jesse Mason, Inhaber von Reggie & Dro in San Antonio, erklärte: „Indem Sie THCA vor dem Erhitzen anrechnen, verbieten Sie Produkte, die die Legislative legalisiert hat.“
Befürworter der neuen Vorschriften, darunter einige Mediziner und Anti-THC-Aktivisten, argumentieren, dass strengere Regeln notwendig seien, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Dr. Lindy McGee, Kinderärztin aus Houston, sprach sich für klare Warnhinweise aus und sagte: „[Warnhinweise] sollten leicht erkennbar und groß genug sein, damit ein Großelternteil, der auf die Enkel aufpasst, erkennen kann, dass die Gummibärchen essbare Produkte sind und nicht etwas, das sie ihren Enkeln geben sollten.“ Befürworter möchten, dass die Etiketten Informationen über das Suchtpotenzial von THC und seine verzögerten Wirkungen enthalten
Obwohl diese vorgeschlagenen Maßnahmen das medizinische Cannabisprogramm in Texas, das unter neuer Gesetzgebung erweitert werden soll, nicht direkt betreffen, könnten die Änderungen den drei lizenzierten Anbietern von medizinischem Cannabisöl im Bundesstaat zugutekommen, falls THC-Hanfprodukte weniger zugänglich werden. Mit derzeit über 9.100 lizenzierten Unternehmen, die Hanfprodukte in Texas verkaufen, könnte die regulatorische Neuausrichtung die Marktlandschaft grundlegend verändern. Das DSHS hat angedeutet, dass die Regeln basierend auf öffentlichem Feedback überarbeitet werden könnten, doch der Zeitplan für die endgültige Umsetzung bleibt eng
Aus Sicht der OG Lab-Redaktion könnte dieser regulatorische Vorstoß einen Wendepunkt für die Hanfindustrie in Texas markieren, die Widerstandsfähigkeit kleiner Unternehmen auf die Probe stellen und den Zugang der Verbraucher zu Hanf-basierten Cannabinoiden verändern. Branchenakteure sollten die Entscheidung des DSHS genau beobachten, da sie einen Präzedenzfall für andere Bundesstaaten schaffen könnte, die mit der rechtlichen Grauzone zwischen Hanf und Marihuana kämpfen. Das Ergebnis wird voraussichtlich sowohl die Marktdynamik als auch regulatorische Strategien landesweit beeinflussen


