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Thailand schlägt vor, Cannabis auf medizinische Nutzung zu beschränken
EuronewsCannabis: Thailand U-turns on legalisation after just two years A new proposal drops plans to relist the plant as a narcotic - but upholds that weed should be restricted to medical uses. 07/11/2024

Thailand schlägt vor, Cannabis auf medizinische Nutzung zu beschränken

Thailand schlägt vor, die Cannabisnutzung auf medizinische Zwecke zu beschränken, was einen Wandel von früheren liberalen Richtlinien signalisiert

Key Points

  • 1Thailand schlägt vor, Cannabis auf medizinische Nutzung zu beschränken
  • 2Neue Gesetzgebung führt Bußgelder für nicht-medizinische Cannabisnutzung ein
  • 3Öffentliche Proteste heben wirtschaftliche Bedenken über Einschränkungen hervor
  • 41,1 Millionen Thailänder haben sich für Lizenzen zum Cannabis-Anbau registriert
  • 5Zukunft der Cannabisrichtlinien in Thailand bleibt ungewiss

Thailand geht einen Schritt zurück von seinen liberalen Cannabisrichtlinien mit einem neuen Vorschlag, der die Nutzung der Pflanze hauptsächlich auf medizinische Zwecke beschränken soll. Dieser Schritt erfolgt nach monatelanger Unsicherheit und Debatte über die Zukunft der Cannabisregulierung im Land. Der Gesetzentwurf, der kurz nach dem Amtsantritt von Premierministerin Paetongtarn Shinawatra vorgestellt wurde, sieht vor, Bußgelder und Strafen für die Nutzung von Cannabis außerhalb des vorgeschlagenen medizinischen Rahmens zu verhängen. Dieser Vorschlag markiert einen signifikanten Wandel von früheren Plänen, Cannabis als Betäubungsmittel neu zu klassifizieren

Der Weg zur Legalisierung von Cannabis in Thailand war eine Achterbahnfahrt, seit das Land 2022 als erstes in Asien die Pflanze für medizinische Zwecke entkriminalisiert hat. Zunächst schien der Markt weitgehend unreguliert, wobei Cannabis-Apotheken und Neonlichter in touristisch stark frequentierten Gebieten wie Bangkok alltäglich wurden. Der leichte Zugang zu cannabisinfusierten Produkten führte zu öffentlichen Bedenken über potenziellen Missbrauch und Kriminalität, die während der jüngsten Wahlen zum zentralen Thema wurden

Die politische Landschaft in Thailand hat sich mit der Wahl einer konservativen Koalitionsregierung unter der Führung der Pheu Thai Partei verändert. Diese Partei hat sich lautstark für die Notwendigkeit ausgesprochen, den Freizeitkonsum von Cannabis einzuschränken, und dabei Gesundheitsrisiken und potenziellen Substanzmissbrauch unter Jugendlichen angeführt. Der ehemalige Premierminister Srettha Thavisin hatte zuvor für die Neureklassifizierung von Cannabis als Betäubungsmittel plädiert, aber die neue Führung unter Shinawatra verfolgt einen differenzierteren Ansatz, indem sie sich auf die medizinische Regulierung konzentriert

Trotz der vorgeschlagenen Einschränkungen haben Cannabis-Befürworter ihren Widerstand lautstark geäußert. Im Juli 2023 brachen in Bangkok Proteste aus, bei denen Hunderte von Menschen gegen ein potenzielles Verbot des allgemeinen Cannabisgebrauchs marschierten. Die Demonstranten argumentieren, dass eine Neureklassifizierung der Pflanze als Betäubungsmittel die aufstrebende Cannabisindustrie negativ beeinflussen könnte, in der sich über 1,1 Millionen Thailänder für Lizenzen zum Anbau von Cannabis registriert haben und mehr als 6.000 Apotheken im ganzen Land eröffnet wurden

Anutin Charnvirakul, der ehemalige Gesundheitsminister, der eine entscheidende Rolle bei der ursprünglichen Legalisierung von Cannabis spielte, hat Bedenken hinsichtlich des vorgeschlagenen Rollbacks geäußert. Während er die Notwendigkeit von Regulierung anerkennt, warnt Anutin, dass übermäßig restriktive Maßnahmen der Industrie schaden könnten. Er betont, dass die Bhumjaithai Partei den Freizeitkonsum von Cannabis nicht unterstützt, sondern einen ausgewogenen Ansatz befürwortet, der die wirtschaftlichen Vorteile des Cannabissektors unterstützt

Der vorgeschlagene Gesetzentwurf hat eine nationale Debatte über die Zukunft von Cannabis in Thailand ausgelöst. Während einige Bürger strengere Vorschriften unterstützen, befürchten andere die wirtschaftlichen Folgen eines Rollbacks. Die Umfrage des Gesundheitsministeriums zeigte eine Mehrheit für das Verbot, doch die Ergebnisse wurden nicht öffentlich geteilt, was Raum für Spekulationen lässt. Während die Regierung sich darauf vorbereitet, die Gesetzgebung abzuschließen, wartet die Cannabisindustrie und ihre Interessengruppen gespannt auf das Ergebnis

Während Thailand dieses komplexe Thema navigiert, operiert die Cannabisindustrie weiterhin unter einem Schleier der Unsicherheit. Mit dem Abschluss des öffentlichen Feedbacks zu dem Vorschlag im September bestehen die nächsten Schritte aus der Überprüfung durch das Kabinett und das Parlament. In der Zwischenzeit bleiben die Cannabisgeschäfte geöffnet, aber die Zukunft des Freizeitkonsums von Cannabis steht auf der Kippe. Das Ergebnis dieser regulatorischen Veränderung könnte einen Präzedenzfall für die Cannabisrichtlinien nicht nur in Thailand, sondern möglicherweise auch in ganz Asien schaffen

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