
WHO erkennt therapeutisches Potenzial von Cannabis an, erwägt Reklassifizierung bis 2018
Die WHO erkennt die therapeutischen Vorteile von Cannabis an und könnte es bis 2018 neu klassifizieren, was einen potenziellen Wandel in der globalen Drogenpolitik markiert
Key Points
- 1WHO erkennt therapeutisches Potenzial von Cannabis an
- 2Reklassifizierung von Cannabis wird für 2018 in Betracht gezogen
- 3Vorläufiger Bericht zeigt medizinische Vorteile bei verschiedenen Erkrankungen
- 4WHO hält an Zeitplan für umfassende Überprüfung bis 2018 fest
- 5Potenzielle globale Auswirkungen auf Drogenpolitik und öffentliche Gesundheit
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen bedeutenden Schritt unternommen, indem sie das therapeutische Potenzial von Cannabis anerkennt und plant, es möglicherweise bis 2018 neu zu klassifizieren. Diese Entscheidung folgt auf die 38. Sitzung des Expertenkomitees für Drogenabhängigkeit der WHO, die am 30. November 2016 stattfand. Dies markiert einen entscheidenden Moment, da die Organisation zuvor über acht Jahrzehnte lang die medizinischen Vorteile von Cannabis geleugnet hatte
Der Schritt zur Reklassifizierung ist das Ergebnis des zunehmenden Drucks internationaler Organisationen, einschließlich des International Drug Policy Consortium (IDPC), das die WHO aufgefordert hat, ihre Haltung zu Drogenklassifikationen zu überdenken. Der IDPC argumentiert im Einklang mit der Commission Nationale Consultative des Droits de l'Homme, dass die Drogenklassifikation auf wissenschaftlichen Beweisen und nicht auf politischen Motiven basieren sollte. Die WHO hat die Aufgabe, Drogen basierend auf ihrem medizinischen Wert und ihrem Missbrauchspotenzial zu klassifizieren
Derzeit ist Cannabis in der Liste I eingestuft, was auf ein hohes Missbrauchspotenzial ohne anerkannten medizinischen Nutzen hinweist. Der vorläufige Bericht der WHO hebt jedoch die nachgewiesenen medizinischen Vorteile von Cannabis bei der Behandlung von Erkrankungen wie Krebs, posttraumatischer Belastungsstörung, Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen und Epilepsie hervor. Die Organisation hat diese Ergebnisse validiert und plant, die Forschung zu den therapeutischen Anwendungen von Cannabis zu vertiefen
Trotz der wachsenden Beweise, die die medizinischen Vorteile von Cannabis unterstützen, hat die WHO Anfragen nach einer Dringlichkeitssitzung zur Drogenpolitik abgelehnt. Stattdessen hält sie an ihrem Zeitplan für eine umfassende Überprüfung fest, mit einem endgültigen Bericht, der für 2018 erwartet wird. Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement der Organisation für einen gründlichen und evidenzbasierten Bewertungsprozess
In der Zukunft könnte die mögliche Reklassifizierung von Cannabis erhebliche Auswirkungen auf die globale Drogenpolitik und die öffentliche Gesundheit haben. Sie könnte den Weg für verstärkte Forschung und Entwicklung von cannabisbasierten Therapien ebnen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und regulatorische Ansätze weltweit beeinflussen. Die Anerkennung des medizinischen Potenzials von Cannabis durch die WHO markiert einen kritischen Wandel in der globalen Perspektive auf diese historisch umstrittene Pflanze