
Fliegen mit medizinischem Cannabis in den USA: TSA passt Vorschriften an, bleibt aber unklar
Die TSA erlaubt nun das Fliegen mit medizinischem Cannabis unter unklaren Sondervorschriften, was für Reisende in den USA erhebliche Unsicherheiten schafft.
Key Points
- 1Seit April 2024 stuft die US-Bundesregierung bestimmte medizinische Cannabisprodukte als Schedule III ein.
- 2Die TSA nennt medizinisches Cannabis als erlaubten Gegenstand, gibt aber keine konkreten Anweisungen zu den Sondervorschriften.
- 3Lokale Behörden können bei Auffinden von Cannabis weiterhin eingreifen, besonders in Bundesstaaten mit restriktivem Landesrecht.
- 4Freizeit-Cannabis bleibt nach Bundesrecht illegal und darf nicht mitgeführt werden.
- 5Eine endgültige Neubewertung der Cannabis-Einstufung durch die DEA ist für Juni 2024 geplant.
Seit dem 28. April 2024 erlaubt die US-Transport Security Administration (TSA) offiziell das Mitführen von medizinischem Cannabis bei Flügen. Diese Änderung folgt einer Neuordnung durch das US-Justizministerium, das bestimmte Cannabisprodukte nun in die niedrigere Kontrollstufe III einstufte. Trotz dieses Fortschritts gibt die TSA bisher keine konkreten Anweisungen, wie Reisende die "Sondervorschriften" für medizinisches Cannabis genau einhalten müssen.
Die TSA-Webseite ergänzt zwar den Eintrag "Medizinisches Marihuana" unter erlaubten Gegenständen, verweist jedoch lediglich auf "Sonderanweisungen", ohne diese näher zu erläutern. Eine direkte Erklärung fehlt bislang, was für Reisende ein erhebliches Unsicherheitsrisiko darstellt. Die Verordnung differenziert zudem strikt zwischen zugelassenen medizinischen Cannabisprodukten mit staatlicher Lizenz und klassischen Freizeitprodukten, die weiterhin als illegal gelten.
Diese Unklarheit wird durch die Tatsache verstärkt, dass lokale Behörden an Flughäfen weiterhin nach geltendem Bundes- und Landesrecht handeln. In Bundesstaaten wie Florida, Georgia oder Texas, die über große Flughafenknotenpunkte verfügen, gelten medizinische Cannabisregelungen oft restriktiver. TSA-Beamte behalten sich das Recht vor, bei Auffinden von Cannabis die örtliche Polizei einzuschalten, was zu erheblichen Problemen für Patienten führen kann.
Der Umstand, dass die TSA zwar "medizinisches Marihuana" erwähnt, aber keine verbindlichen Handhabungsregeln veröffentlicht hat, lässt Raum für Interpretation und potenzielle Rechtsverstöße. "Federal law says you can fly with medical cannabis. The agency in charge of the checkpoint agrees. Neither of them will tell you how," fasst ein Bericht von Black Cannabis Magazine die Lage treffend zusammen. Für Freizeitkonsumenten bleibt die Mitnahme von Cannabis weiterhin strikt verboten.
Die endgültige rechtliche Klarheit wird erst eine anstehende Anhörung der US-Drogenbehörde DEA am 29. Juni bringen, die eine umfassendere Neubewertung der Cannabis-Einstufung prüfen soll. Bis dahin sollten deutsche Touristen, die in die USA reisen und medizinisches Cannabis nutzen, besondere Vorsicht walten lassen und sich unbedingt vorab über die jeweiligen Bundesstaatsgesetze und die TSA-Richtlinien informieren.
OG Lab — eine lizenzierte Farm und Apotheke auf Koh Samui — betont die Bedeutung klarer Lizenzierung und Compliance, ein Prinzip, das auch für Reisende in den USA gilt, um unerwartete rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.


