
Grenada treibt Cannabisreform voran, während Bermuda auf britische Rechtsblockade stößt
Grenadas jüngste Cannabis-Entkriminalisierung hat die regionale Reform beflügelt, doch Bermudas Legalisierungsbestrebungen werden durch britische Aufsicht und internationale Vertragsverpflichtungen blockiert
Key Points
- 1Grenada entkriminalisierte Cannabis für Erwachsene ab 21 Jahren im Januar 2024
- 2Bermudas Legalisierungsbemühungen wurden vom Vereinigten Königreich aufgrund internationaler Vertragsverpflichtungen blockiert
- 3Lokale Befürworter in Bermuda konzentrieren sich auf genetisch informierte medizinische Cannabisrahmenwerke
- 4Forschung hebt den einzigartigen Cannabisstoffwechsel bei Menschen karibischer Abstammung hervor
- 5OG Lab stellt fest, dass Bermudas Kampf wichtige Präzedenzfälle für andere Gebiete setzen könnte
Die Cannabisreform in der Karibik hat durch Grenadas jüngste Entkriminalisierung neuen Schwung erhalten, doch Bermudas Weg zur Legalisierung wird durch den Status als britisches Überseegebiet behindert. Im Januar entkriminalisierte Grenada Cannabis für Erwachsene ab 21 Jahren, was Hoffnungen bei Befürwortern weckte, dass benachbarte Gebiete bald folgen könnten. Der Fokus richtet sich nun auf Bermuda, wo Bemühungen zur Legalisierung wiederholt an der britischen Aufsicht scheiterten und die Komplexität der Situation von Gebieten, die durch internationale Verträge und koloniale Beziehungen gebunden sind, verdeutlichen
Bermudas Weg zur Cannabisreform begann 2016 mit der Einführung von medizinischem Cannabis und 2017 mit der Entkriminalisierung des Besitzes von bis zu sieben Gramm. Das Medical Cannabis Act von 2019 sollte eine Regulierungsbehörde etablieren, deren Mandat jedoch bislang nicht umgesetzt wurde. 2020 geriet der vorgeschlagene Cannabis Licensing Act, der eine vollständige Legalisierung für den Freizeitgebrauch ermöglicht hätte, in Verbindung mit Diskussionen über eine mögliche Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich – ein Faktor, der zum Scheitern des Gesetzes beigetragen haben soll. Die entschiedene Ablehnung durch das Vereinigte Königreich beruht auf eigenen Verbotsgesetzen und internationalen Verpflichtungen und führt zu politischer Spannung zwischen Bermudas Lokalregierung und britischen Behörden
Die Spannungen erreichten 2022 ihren Höhepunkt, als das Vereinigte Königreich Bermudas wichtigstes Legalisierungsgesetz blockierte und dabei auf Widersprüche zu den UN-Konventionen verwies. Die damalige Gouverneurin Rena Lalgie erklärte: „Der Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Commonwealth und Entwicklungszusammenarbeit kam zu dem Schluss, dass das Gesetz in seiner derzeitigen Fassung nicht mit den Verpflichtungen des Vereinigten Königreichs und Bermudas aus dem Einheitsübereinkommen über Betäubungsmittel von 1961 und dem Übereinkommen über psychotrope Substanzen von 1971 vereinbar ist.“ Trotz dieses Rückschlags betonte Premierminister Burt, dass die Mehrheit der Bermudianer die Legalisierung unterstütze und verwies auf den Widerspruch, dass Kanadas Markt für den Freizeitgebrauch seit 2018 trotz desselben Vertrags operiere
Während Grenada voranschreitet und Bermudas Regierung die Cannabisreform in ihr Wahlprogramm für 2025 aufgenommen hat, suchen lokale Befürworter nach alternativen Wegen. Die Green Framework Foundation (GFF) hat ein Team internationaler Experten zusammengestellt, um Bermudas erstes umfassendes Cannabis-Governance-Rahmenwerk zu entwerfen. Kim Nicole Casey, CEO der GFF, betonte die Notwendigkeit kulturell relevanter Forschung: „Studien zeigen, dass Menschen karibischer Abstammung Cannabis viel schneller metabolisieren und daher möglicherweise höhere Dosierungen benötigen. Unsere Ärzte in Bermuda müssen darüber informiert werden.“ Diese Initiative zielt darauf ab, die Dosierung von medizinischem Cannabis an die genetischen Profile karibischer Patienten anzupassen und könnte einen Präzedenzfall für Präzisionsmedizin in der Region schaffen
Das Biotech-Startup CariGenetics unter der Leitung von Dr. Carika Weldon steht an der Spitze der Forschung zu genetischen Unterschieden, die den Cannabisstoffwechsel und das Abhängigkeitsrisiko beeinflussen. Dr. Weldon hob eine kritische Lücke in der globalen medizinischen Forschung hervor: „85 % der vielfältigen Weltbevölkerung sind nicht in Wirksamkeits- und Sicherheitstests von Medikamenten enthalten. Die meisten Daten basieren auf europäischen Männern.“ Die Ergebnisse von CariGenetics deuten darauf hin, dass Personen afrikanischer Abstammung ein höheres Risiko für Cannabisabhängigkeit haben könnten, was die Bedeutung lokaler Forschung und Regulierung unterstreicht. Während Bermuda seine Optionen abwägt, wird die öffentliche Debatte durch lokale Stimmen verstärkt, darunter der Musiker Collie Buddz, der fragt: „Wann werden sie legalisieren?“
Für die globale Cannabisindustrie dienen die unterschiedlichen Entwicklungen in Grenada und Bermuda als Fallstudie dafür, wie internationales Recht und koloniale Beziehungen Reformen prägen. Der andauernde Stillstand in Bermuda ist aufmerksam zu beobachten, da er rechtliche und politische Präzedenzfälle für andere Gebiete unter ähnlichen Zwängen schaffen könnte. Aus Sicht der OG Lab-Redaktion könnte die Schnittstelle von genetischer Forschung, lokaler Interessenvertretung und internationaler Politik letztlich die Cannabis-Governance in der Karibik und darüber hinaus neu definieren