
Massachusetts plant Rücknahme der Legalisierung von Cannabis durch Volksentscheid
Massachusetts plant durch einen Volksentscheid die Rücknahme der Legalisierung von Freizeit-Cannabis, was den legalen Markt, den Eigenanbau und tausende Jobs bedroht.
Key Points
- 1Massachusetts könnte als erster US-Bundesstaat die Legalisierung von Freizeit-Cannabis per Volksentscheid rückgängig machen.
- 2Die Initiative würde den legalen Markt schließen, den Eigenanbau verbieten und etwa 27.000 Arbeitsplätze gefährden.
- 3Medizinisches Cannabis bleibt legal und reguliert, die Cannabis Control Commission bleibt bestehen.
- 4Unterschriftensammlung für die Initiative erfolgte teilweise unter irreführenden Angaben.
- 5Öffentliche Umfragen zeigen Mehrheit gegen Rücknahme, doch finanzstarker Gegenwahlkampf wird erwartet.
Im November 2026 steht in Massachusetts eine bedeutende Abstimmung an, die das bestehende Regulierungssystem für Freizeit-Cannabis rückgängig machen könnte. Die Initiative "An Act to Restore a Sensible Marijuana Policy" sieht vor, den legalen Markt mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar zu schließen, den Eigenanbau von bis zu sechs Pflanzen zu verbieten und rund 27.000 Arbeitsplätze in der Branche zu gefährden.
Die Kampagne zur Rücknahme wird von der Gruppe Smart Approaches to Marijuana unterstützt, die über 1,5 Millionen US-Dollar für den Wahlkampf bereitgestellt hat. Kritiker bemängeln, dass die Sammlung der Unterschriften teilweise unter irreführenden Angaben erfolgte, was die Legitimität der Initiative infrage stellt. So berichteten zahlreiche Bürger, sie hätten eine Petition für soziale Themen unterschrieben, ohne zu wissen, dass sie damit den Cannabis-Rückzug unterstützen.
Rechtlich bleibt die medizinische Verwendung von Cannabis von dem Vorhaben unberührt. Die Cannabis Control Commission wird weiterhin als Aufsichtsbehörde bestehen bleiben, jedoch würde die Regulierung des Freizeitmarktes komplett aufgehoben. Die Landesregierung hat bis zum 5. Mai Zeit, die Initiative umzusetzen, was jedoch als unwahrscheinlich gilt, sodass die Frage voraussichtlich im November zur Abstimmung kommt.
Öffentliche Umfragen zeigen derzeit eine Mehrheit gegen die Rücknahme, mit 63 % der Wähler, die den legalen Markt unterstützen. Dennoch warnen Branchenvertreter vor einem intensiven Wahlkampf der Gegner, der mit erheblichen finanziellen Mitteln geführt wird. Ryan Dominguez, Geschäftsführer der Massachusetts Cannabis Coalition, bezeichnet die Initiative als "zerstörerisch" und sieht die Kampagne als von "auswärtigen Alkohol- und Glücksspielmilliardären" finanziert, die ihre eigenen Interessen schützen wollen.
Die professionelle Cannabisbranche, einschließlich lizensierter Unternehmen wie OG Lab — eine lizenzierte Farm und Apotheke auf Koh Samui — ruft zur Unterstützung auf, um die Regulierung zu verteidigen und die Arbeitsplätze zu sichern. Die Folgen einer Rücknahme wären nicht nur wirtschaftlich gravierend, sondern würden auch einen Präzedenzfall für andere US-Bundesstaaten schaffen, die sich mit ähnlichen Initiativen konfrontiert sehen könnten.


