Medizinischer Cannabiskonsum in Deutschland reduziert deutlich die Abhängigkeit von Opioiden und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten
Marijuana MomentTom Angell

Medizinischer Cannabiskonsum in Deutschland reduziert deutlich die Abhängigkeit von Opioiden und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten

Eine bedeutende deutsche Studie hat ergeben, dass der Einsatz von medizinischem Cannabis bei den meisten Patienten zu einer Reduktion oder dem vollständigen Verzicht auf verschreibungspflichtige Medikamente wie Opioide und Schlafmittel führte, wobei viele weniger Nebenwirkungen berichteten

Key Points

  • 1Über 3.500 Patienten in Deutschland nahmen an einer Studie teil, die eine durchschnittliche Reduktion des Gebrauchs verschreibungspflichtiger Medikamente um 84,5 % nach Beginn der medizinischen Cannabisbehandlung zeigte
  • 258,9 % der befragten Patienten setzten andere verschreibungspflichtige Medikamente vollständig ab
  • 3Unter Opioid-Nutzern konnten 61 % den Opioid-Gebrauch dank medizinischem Cannabis komplett einstellen
  • 460,7 % der Teilnehmer berichteten, nach dem Wechsel zu Cannabis keine medikamentenbedingten Nebenwirkungen mehr zu erfahren

Eine kürzlich durchgeführte groß angelegte Studie in Deutschland hat gezeigt, dass medizinisches Cannabis die Abhängigkeit der Patienten von Opioiden, Schlafmitteln, Antidepressiva und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten erheblich verringern kann. Die Untersuchung, durchgeführt vom medizinischen Cannabis- und Telemedizinunternehmen Bloomwell, befragte über 3.500 Patienten und stellte fest, dass diejenigen, die eine Behandlung mit medizinischem Marihuana begannen, ihren Gebrauch anderer verschreibungspflichtiger Medikamente im Durchschnitt um 84,5 Prozent reduzierten. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer, 58,9 Prozent, berichteten, nach Beginn der medizinischen Cannabistherapie vollständig auf andere verschreibungspflichtige Medikamente verzichtet zu haben

Die Umfrage zeigte besonders auffällige Ergebnisse bei Patienten, die Schlafmittel und Opioide verwendeten. Den Ergebnissen zufolge konnten 93,4 Prozent der Patienten, die verschreibungspflichtige Schlafmittel einnahmen, deren Gebrauch mindestens halbieren, und 75,5 Prozent gaben sie vollständig auf. Unter den zuvor von Opioiden abhängigen Patienten schafften es 61 Prozent, den Gebrauch mit Hilfe von medizinischem Marihuana komplett einzustellen. Der Trend setzte sich auch bei anderen Medikamenten fort: 77,3 Prozent der Patienten, die Methylphenidat (Ritalin) zur Behandlung von ADHS einnahmen, konnten dessen Gebrauch nach der Umstellung auf medizinisches Cannabis erfolgreich beenden

Über die Reduzierung der Abhängigkeit von Pharmazeutika hinaus stellte die Studie fest, dass der Wechsel zu medizinischem Cannabis zu weniger negativen Nebenwirkungen bei den Patienten führte. Ein erheblicher Anteil von 60,7 Prozent der Befragten gab an, keine medikamentenbedingten Nebenwirkungen mehr zu erleben, die sie zuvor bei traditionellen verschreibungspflichtigen Medikamenten erlitten hatten. Zudem berichteten viele Patienten von positiven Sekundäreffekten: 67,8 Prozent sagten, Cannabis helfe ihnen, sich besser zu konzentrieren, 61,9 Prozent berichteten von verbesserten sozialen Kontakten, und mehr als die Hälfte erlebte weniger Krankheitstage bei der Arbeit

Julian Wichmann, Mitgründer und CEO von Bloomwell, betonte die weiterreichenden Implikationen der Forschung: "Zum Beispiel hat jeder, der Opioide durch medizinisches Cannabis vollständig absetzen kann, gute Chancen, sein tägliches Leben und die Arbeit frei von Nebenwirkungen zu bewältigen," erklärte Wichmann. Er sprach sich zudem für mehr Offenheit im Umgang mit den Vorteilen von medizinischem Cannabis aus und sagte: "Wir sollten daher keine Einschränkungen beim Zugang zu medizinischem Cannabis fordern, sondern vielmehr sicherstellen, dass Ärzte eher bereit sind, einen individuellen therapeutischen Versuch mit medizinischem Cannabis zu wagen oder ihn zumindest zu empfehlen und Patienten an Kollegen zu verweisen."

Die deutsche Studie ergänzt eine wachsende Zahl internationaler Forschungen, die darauf hinweisen, dass medizinisches Cannabis eine sicherere Alternative zu Opioiden und anderen risikoreichen verschreibungspflichtigen Medikamenten sein könnte. Frühere Studien in den USA und Australien, wie von Marijuana Moment berichtet, haben den legalen Zugang zu Cannabis mit reduzierten Opioidverschreibungen, weniger Überdosierungsfällen und geringeren Zahlungen von Pharmaunternehmen an Schmerztherapeuten in Verbindung gebracht. Diese Erkenntnisse haben Forderungen nach einem breiteren Zugang zu medizinischem Cannabis und einer Neubewertung seiner Rolle bei der Schmerzbehandlung und der Versorgung chronisch Kranker befeuert

Aus Sicht der Redaktion von OG Lab unterstreicht diese Forschung einen bedeutenden Wandel in der Wahrnehmung von Cannabis innerhalb der medizinischen Gemeinschaft und bei politischen Entscheidungsträgern. Angesichts der zunehmenden Belege für sein Potenzial, die Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu verringern und das Wohlbefinden der Patienten zu verbessern, könnten die Ergebnisse aus Deutschland regulatorische Ansätze und klinische Praktiken weltweit beeinflussen. Mit der fortschreitenden Legalisierung und dem Ausbau des Zugangs zu medizinischem Cannabis sollten alle Beteiligten weitere Forschungen und politische Entwicklungen genau beobachten, um die vollständigen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Pharmamärkte zu bewerten

This summary is informational and based on public sources. Verify local regulations and official guidance before making decisions.

Share

https://www.oglab.com/de/news/medizinischer-cannabiskonsum-in-deutschland-reduziert-deutlich-die-abhangigkeit-von-opioiden-und-83fd0809

Join the OG Lab community

Stay in the loop with daily news, island vibes, and community updates from Koh Samui.