
Kalifornien: Cannabisbranche kämpft mit Milliardenoffenen Rechnungen – neue Plattform zeigt Zahlungsverzug
Die Cannabisbranche in Kalifornien kämpft mit Milliarden an offenen Rechnungen – eine neue Plattform macht Zahlungsverzug öffentlich sichtbar und hilft Unternehmen, Risiken zu minimieren.
Key Points
- 1Ende 2023 betrugen offene Forderungen in der US-Cannabisbranche über 3,8 Milliarden US-Dollar.
- 2Kalifornische Gesetzesinitiativen für pünktliche Zahlungen scheiterten 2023/2024.
- 3Cannabis Credit Scores veröffentlicht öffentliche Kreditbewertungen für kalifornische Unternehmen.
- 4Zahlungsverzug betrifft vor allem Produzenten und kleinere Unternehmen stark.
- 5Unternehmen sollten CCS zur Bonitätsprüfung nutzen und Vorauszahlungen verlangen.
Die Cannabisindustrie in Kalifornien steht vor einer ernsthaften Zahlungsproblematik. Laut Whitney Economics beliefen sich die ausstehenden Forderungen der US-Cannabisunternehmen Ende 2023 auf über 3,8 Milliarden US-Dollar, mit einer Prognose von über 4,2 Milliarden für 2024. Diese offenen Rechnungen entsprechen etwa 1,6 Monaten des gesamten legalen Einzelhandelsumsatzes und belasten vor allem kleinere Anbieter und Produzenten.
Trotz zweimaliger Versuche der kalifornischen Gesetzgebung, pünktliche Zahlungen durchzusetzen, scheiterten die entsprechenden Gesetzentwürfe AB 766 und AB 2888 in den Ausschüssen. Beide hätten Lizenznehmer verpflichtet, Rechnungen über 5.000 US-Dollar innerhalb von 15 Tagen zu begleichen und bei Verstößen Sanktionen ermöglicht. Diese Gesetzeslücken führen dazu, dass viele Zulieferer ihre Forderungen lange offenhalten müssen.
Eine private Lösung bietet nun die Plattform Cannabis Credit Scores (CCS), die öffentlich Kreditbewertungen für Cannabisunternehmen in Kalifornien bereitstellt. "Die Plattform macht Kredit-Performance öffentlich und in Echtzeit sichtbar", erklärt Whitney Economics. Betreiber mit schlechten Bewertungen landen auf der sogenannten „Shit List“, was Lieferanten dazu veranlasst, nur noch gegen Vorkasse zu liefern oder strengere Zahlungsbedingungen durchzusetzen.
Die Zahlungsproblematik ist besonders bei Produzenten und Herstellern ausgeprägt, die oft Lieferungen vorfinanzieren, während Händler meist direkt vom Endkunden bezahlen. "Die aktuelle makroökonomische Lage und fehlende regulatorische Eingriffe haben dazu geführt, dass viele Betreiber ihre Zulieferer nicht mehr bezahlen", so ein Teilnehmer der Studie. Dies führt zu Marktverwerfungen und gefährdet die Existenz kleinerer Unternehmen.
Die Situation zeigt, wie wichtig es für Zulieferer und Geschäftspartner ist, vor Vertragsabschlüssen die Bonität potenzieller Kunden zu prüfen. Die CCS-Plattform bietet hier eine praktische Möglichkeit, Zahlungsausfälle zu minimieren und Risiken besser einzuschätzen. Für Unternehmen in der Branche ist es jetzt entscheidend, ihre Zahlungsfähigkeit transparent darzustellen und auf verlässliche Partner zu setzen.
Was Sie jetzt tun sollten: Prüfen Sie die Zahlungsfähigkeit Ihrer Geschäftspartner in Kalifornien vor Vertragsabschluss über die CCS-Plattform. Fordern Sie klare Zahlungsfristen und sichern Sie sich rechtlich ab. Vermeiden Sie es, größere Lieferungen ohne Vorauszahlung zu tätigen, wenn der Kunde auf der Negativliste steht. Nutzen Sie professionelle Anbieter wie OG Lab auf Koh Samui, die mit Lizenz und Compliance für Transparenz und Sicherheit sorgen.


